Resident Evil (2026)

Klaudia Pfeiffer Gaming Expertin
Klaudia Pfeiffer
Gaming & Spiele Expertin bei Stadtgame

Wer sich noch an das Gefühl erinnert, im Original-Resident-Evil den letzten Schuss abzufeuern und dann schweigend durch einen dunklen Korridor zu schleichen, hat genau das vor Augen, was Hollywood seit über zwanzig Jahren nicht auf die Leinwand gebracht hat. Am 18. September 2026 ändert sich das womöglich. Denn mit Regisseur Zach Cregger kehrt Raccoon City in einer Form zurück, die Fans der Spielereihe schon lange nicht mehr gesehen haben: als echter Survival-Horror.

Was ihr über den neuen Resident Evil Film wissen müsst

Der neue Resident Evil Film erzählt keine direkte Adaption eines der Spiele, sondern eine eigenständige Geschichte im bekannten Universum. Im Mittelpunkt steht Bryan (gespielt von Austin Abrams), ein ganz gewöhnlicher Kurier, der in der schicksalshaften Nacht des T-Virus-Ausbruchs in Raccoon City strandet. Die Ereignisse spielen sich parallel zu denen aus Resident Evil 2 (1998) ab, folgen aber einer völlig neuen Perspektive.

Gedreht wurde der Film ab Oktober 2025 in Prag, womit Cregger bewusst auf die gotisch-düstere Architektur der tschechischen Hauptstadt setzt, um das Raccoon City des Jahres 1998 glaubwürdig einzufangen. Hinter der Kamera steht Dariusz Wolski, der Kameramann aus den Pirates-of-the-Caribbean-Filmen und Ridley Scotts letzten Projekten, womit der visuellen Qualität schon vorab ein Gütezeichen aufgedrückt wird.

Das Drehbuch verfasste Cregger gemeinsam mit Shay Hatten, der bereits an John Wick: Kapitel 4 und Zack Snyders Army of the Dead mitgeschrieben hat. Produziert wird der Film von Constantin Film und PlayStation Productions (Sony), als Verleih fungiert Columbia Pictures. Die restliche Besetzung umfasst Paul Walter Hauser als Carl, Zach Cherry als Wissenschaftler sowie Kali Reis und Johnno Wilson in weiteren Rollen.

Warum Zach Cregger die richtige Wahl ist

Cregger ist kein Auftragsregisseur, der ein Franchise abarbeitet. Er ist seit Jahren ein leidenschaftlicher Spieler der Reihe und beschreibt seinen neuen Resident Evil Film als „Liebesbrief an die Spiele“. Auf der CinemaCon 2026 in Las Vegas machte er unmissverständlich klar, worauf es ihm ankommt: die Spielreihe bezeichnet er als „von Natur aus kinoreif“, wegen ihrer Atmosphäre, ihrem Erzähltempo und dem Gefühl ständiger Bedrohung.

Seinen Durchbruch feierte der Regisseur 2022 mit Barbarian, einem Horrorfilm, der mit einem Budget von knapp vier Millionen Dollar gedreht wurde und weltweit 45 Millionen Dollar einspielte. Sein Nachfolger Weapons (2025) übertraf das noch weit: 270 Millionen Dollar Einspielergebnis und ein Oscar für Amy Madigan in der Nebenrolle. Damit gilt Cregger aktuell als einer der gefragtesten Horrorregisseure Hollywoods.

Was ihn von früheren Resident-Evil-Regisseuren unterscheidet? Er hat nach eigener Aussage keinen einzigen der Vorgängerfilme gesehen und will bewusst mit deren Mustern brechen.

Der Bruch mit der alten Filmreihe

Der Vergleich mit der Vergangenheit ist unvermeidlich. Die sechs Filme der Milla-Jovovich-Ära unter Regisseur Paul W.S. Anderson (2002–2016) setzten konsequent auf Actionbombast, Zeitlupen und eine Hauptfigur namens Alice, die mit den Spielen nahezu nichts zu tun hatte. Kommerziell war die Reihe mit über 1,2 Milliarden Dollar Gesamteinspielergebnis erfolgreich, von der klaustrophobischen Horroratmosphäre der Spiele aber war sie meilenweit entfernt.

Der Neustart Resident Evil: Welcome to Raccoon City (2021) versuchte es anders und orientierte sich näher an der Spielvorlage. Nur: Fan-Service allein ergibt noch keinen guten Film. Das Ergebnis war ein überladener Mix aus ikonischen Figuren und schwachem Storytelling, der an den Kinokassen floppte.

Cregger fährt einen ganz anderen Kurs. Keine bekannten Spielfiguren, keine Klon-Storylines: „Ich werde Leons Geschichte nicht stehlen und in meinen Film packen. Die Fans haben diese Geschichte bereits in den Spielen“, erklärt er. Stattdessen setzt er auf Atmosphäre, auf das Grundgefühl der Spiele. Auf der CinemaCon fasste er seine Philosophie in einem Satz zusammen: Der Zuschauer soll die gesamte Laufzeit „mit einem Protagonisten auf einem Fußmarsch durch eine Welt eingeschlossen sein, die ihn zerstören will.“

Kein nichtlineares Erzählen, keine Kapitelstruktur wie in Barbarian oder Weapons. Statt erzählerischer Kunststücke setzt Cregger diesmal auf atemlose, lineare Spannung.

Das ist am Trailer zu sehen

Der erste Teaser, der Ende April 2026 veröffentlicht wurde, gibt einen beunruhigend nüchternen Vorgeschmack. Bryan trudelt in einer verschneiten Nacht an einem dunklen Haus an, bittet um Einlass, ruft seine Freundin an: „Einige Dinge sind passiert. Ich glaube nicht, dass wir noch einmal miteinander sprechen werden.“ Keine Superhelden-Posen, keine explosive Action-Montage. Stattdessen: ein überforderer Durchschnittsmensch in einer Situation, die außer Kontrolle geraten ist.

Wer nach den ersten Testvorführungen gefragt wird, nennt einen Vergleich, den man so bei einem Resident-Evil-Film nicht erwartet hätte: Mad Max: Fury Road als Horrorfilm. Gnadenlos, ohne Verschnaufpause, aber diesmal in Dunkelheit und ohne Benzin.

Produzent Robert Kulzer von Constantin Film bezeichnet das Ergebnis als „unwiderstehliches Erlebnis“. Klingt nach Marketing, deckt sich aber mit dem, was über die Testvorführungen bekannt wurde.

Was das für Videospielverfilmungen bedeutet

Der neue Resident Evil neuer Film ist kein Einzelfall, aber er markiert einen Scheideweg. The Last of Us hat im Serienformat gezeigt, dass Spieladaptionen funktionieren, wenn sie die Emotionen der Vorlage ernst nehmen statt auf Wiedererkennungswert zu setzen. Das Kino hinkt hier noch hinterher.

Creggers Ansatz folgt einer simplen Logik: Spiele erzeugen Angst über Kontrolle (oder den Verlust davon) und Ressourcenknappheit. Kein Film kann das eins zu eins abbilden. Was ein Film aber kann: dieses Grundgefühl der Hilflosigkeit transportieren. Genau das war in keiner der bisherigen Resident-Evil-Verfilmungen wirklich zu spüren.

Dass Cregger von Constantin Film freie Hand bekommen hat, ist dabei kein Zufall. Nach dem Misserfolg von Welcome to Raccoon City wusste man, dass eine weitere halbherzige Adaption niemanden hinter dem Sofa hervorlocken würde. CEO Oliver Berben formulierte es nüchtern: Man habe Cregger „carte blanche“ gegeben. Das Risiko trägt das Studio, der Stil bleibt Creggers.

Besetzung, Produktion und alle Fakten auf einen Blick

Damit ihr alles beisammen habt:

  • Kinostart: 18. September 2026 (weltweit), Deutschland voraussichtlich 17. September 2026
  • Regie: Zach Cregger
  • Drehbuch: Zach Cregger, Shay Hatten
  • Kamera: Dariusz Wolski
  • Darsteller: Austin Abrams (Bryan), Paul Walter Hauser (Carl), Zach Cherry, Kali Reis, Johnno Wilson
  • Produktion: Constantin Film, PlayStation Productions (Sony), Vertigo Entertainment
  • Verleih: Columbia Pictures / TriStar Pictures
  • Drehort: Prag, ab Oktober 2025
  • Schnitt abgeschlossen: Februar 2026
  • Produzenten: Zach Cregger, Roy Lee, Robert Kulzer, Asad Qizilbash, Carter Swan, Miri Yoon
  • Ton: Viktor Prášil
  • Szenenbild: Tom Hammock

Lohnt sich der Hype?

Ehrliche Antwort: Ja, aber mit einem Vorbehalt. Wer einen Film erwartet, der Leon, Claire und Jill in gewohnter Form auf die Leinwand bringt, wird enttäuscht sein. Wer aber seit Jahren auf eine Videospielverfilmung wartet, die das Wesentliche trifft, hat gute Gründe zur Vorfreude.

Was Cregger hier aufgebaut hat, klingt nach dem, was Fans eigentlich immer wollten: kein Fan-Service, sondern echter Horror. Kein Bekanntes-Namen-Bingo, sondern das Gefühl, mit der letzten Kugel durch einen dunklen Korridor zu schleichen und nicht zu wissen, was um die Ecke wartet.

Ob er das einlöst, erfahrt ihr am 18. September 2026 im Kino.

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