The King of Staten Island

Im Zentrum von „The King of Staten Island“ steht eine Komödie mit starkem Alltagsbezug. Der Film verbindet persönliche Verlusterfahrungen mit Milieubeobachtungen. Dabei rückt ein junger Erwachsener ohne festen Halt in den Fokus. Humor entsteht neben Unsicherheit und sozialer Reibung. Das Setting auf Staten Island verankert die Geschichte klar im urbanen Umfeld. Erwartungen formen sich durch die Nähe zur Biografie des Hauptdarstellers. Gleichzeitig verzichtet der Film auf klare Genregrenzen. Stattdessen prägen Übergänge, Stillstand und leise Konflikte den Ton.

The King of Staten Island [dt./OV]
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • Pete Davidson, Marisa Tomei, Bill Burr (Schauspieler)
  • Judd Apatow(Regisseur) - Pete Davidson(Autor) - Judd Apatow(Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 12 Jahren

Scott lebt bei seiner Mutter und meidet feste Strukturen. Freunde bestimmen seinen Alltag, während Zukunftspläne vage bleiben. Die Beziehung zu Kelsey bleibt unverbindlich. Nach dem Tod seines Vaters belastet ihn Nähe besonders stark. Als Margie einen Feuerwehrmann datet, verschärfen sich Spannungen. Ein eskalierter Überfall trennt Scott von seinem Umfeld. Zuflucht findet er ausgerechnet in einer Feuerwache. Dort entstehen neue Verbindungen und Einsichten. Kann diese unerwartete Gemeinschaft seinen Kurs dauerhaft verändern?

Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

The King of Staten Island“ ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 2020. Judd Apatow führte Regie und schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Pete Davidson und Dave Sirus. Die Musik komponierte Michael Andrews, die Kameraarbeit übernahm Robert Elswit. Der Filmschnitt wurde von Jay Cassidy, William Kerr und Brian Scott Olds umgesetzt. In den Hauptrollen spielen Pete Davidson als Scott Carlin, Marisa Tomei als Margie Carlin und Bill Burr als Ray Bishop. Weitere Rollen übernahmen Bel Powley, Maude Apatow, Steve Buscemi und Pamela Adlon.

Die Dreharbeiten fanden zwischen Juni und August 2019 in Staten Island statt. „The King of Staten Island“ wurde aufgrund der Pandemie nicht wie geplant im März 2020 uraufgeführt, sondern im April 2020 online bereitgestellt. Seit Juni 2020 ist er als Video-on-Demand verfügbar. Der Film dauert 137 Minuten, gehört zum Genre Komödie/Drama und ist ab 12 Jahren freigegeben. Er erhielt mehrere Nominierungen, darunter bei den Critics’ Choice Movie Awards, den People’s Choice Awards und den Artios Awards.

Zusammenfassung & Story vom Film „The King of Staten Island“

Scott Carlin ist 24, lebt bei seiner Mutter Margie auf Staten Island und hat kaum Perspektiven. Seit dem Tod seines Vaters, eines Feuerwehrmanns, kämpft er mit Ängsten, gesundheitlichen Problemen und Antriebslosigkeit. Statt zu arbeiten, verbringt er seine Tage mit Freunden und raucht regelmäßig Gras. Mit Kelsey hat er eine lockere Beziehung, doch sobald sie mehr will, zieht er sich zurück. Während seine Schwester Claire fürs College packt, wächst ihre Sorge, dass Scott allein völlig den Halt verliert. Auch seine Träume, Tätowierer zu werden, scheitern oft an mangelndem Talent.

Als der kleine Harold am Strand ein Tattoo verlangt, das Scott sofort beginnt, ahnt er nicht, welche Folgen das haben wird. Kurz darauf steht Harolds Vater Ray, ein Feuerwehrmann, vor der Tür. Eigentlich wütend, ist er gleichzeitig fasziniert von Margie – und bald sind die beiden ein Paar. Für Scott ist das schwer zu ertragen, zumal Ray denselben Beruf wie sein verstorbener Vater hat. Als Margie ihn bittet, auszuziehen, fühlt sich Scott endgültig überfordert. Zwar nimmt er einen Job an und kümmert sich um Harold und dessen Schwester, doch sein inneres Chaos bleibt.

Neuanfang in der Feuerwache

Währenddessen planen Scotts Freunde einen Apothekenüberfall, bei dem er widerwillig als Aufpasser mitmacht. Als alles schiefgeht, flieht Scott und steht vor dem Nichts. Nach einem Besuch bei Rays Ex-Frau, die ihn vor Ray warnt, eskaliert die Situation. Scott stellt Ray zur Rede, worauf es zum Streit kommt. Margie wirft beide aus dem Haus. Ohne Unterkunft klammert sich Scott an alte Beziehungen, wird jedoch von Kelsey zurückgewiesen. Erst in Rays Feuerwache findet er Zuflucht – unter der Bedingung, dort mitzuhelfen.

In der Gemeinschaft der Feuerwehrleute findet Scott erstmals Halt. Durch ihre Geschichten beginnt er, seinen Vater besser zu verstehen. Als Ray ihm erlaubt, einige Tattoos zu stechen, erkennt er Scotts künstlerisches Potenzial. Ein medizinischer Notfall bringt Scott schließlich mit Ray und Margie zusammen. Die Familie versöhnt sich vorsichtig. Kurz darauf trifft er Kelsey wieder. Auf der Fähre nach Manhattan gesteht er ihr seine Liebe – und bleibt, um auf sie zu warten.

Kritiken und Fazit zum Film „The King of Staten Island“

The King of Staten Island“ pendelt zwischen Komödie und Drama, verliert dabei aber oft das erzählerische Maß. Judd Apatow setzt auf eine lose Struktur, die sich mehr auf Atmosphäre als auf Entwicklung stützt. Pete Davidson zeigt ein glaubhaft verletzliches Spiel, doch das fragmentierte Drehbuch lässt viele Szenen stehen, ohne sie zu formen. Die Kamera von Robert Elswit sucht Nähe, bleibt aber visuell unspektakulär. In einer Szene an der Feuerwache gelingt kurz emotionale Klarheit, doch solche Momente bleiben selten. Der Rhythmus wirkt über weite Strecken zäh, obwohl einzelne Figuren durchaus tragen.

Marisa Tomei und Bill Burr geben dem Film Erdung. Ihre Szenen bringen Struktur in ein sonst sprunghaftes Werk. Vor allem die ruhigen Einstellungen im Krankenhaus, ohne erklärende Worte, schaffen eine glaubhafte Dynamik zwischen den Figuren. Die Tonalität bleibt aber schwankend, Komik und Ernst finden kein durchgängiges Gleichgewicht. Die Dialoge wirken oft improvisiert, was Natürlichkeit bringt, aber auch Längen verstärkt. Wer Charaktere statt Handlung sucht, findet hier Ansätze. Doch formal bleibt der Film hinter seinem Potenzial.

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