The Menu
Filme über geschlossene Gesellschaften nutzen oft klare Strukturen und begrenzte Räume. „The Menu“ verbindet dieses Prinzip mit satirischen Motiven der Hochküche. Der Film verhandelt Erwartungen an Exklusivität und kulturellen Anspruch. Dabei treten Machtverhältnisse zwischen Dienstleistung und Bewunderung hervor. Rituale ersetzen Dialoge, und Kontrolle bestimmt den Ton. Kulinarische Präzision wird zur sozialen Ordnung. Jede Handlung folgt festen Regeln. Gleichzeitig wächst ein unterschwelliger Druck. Der Abend verspricht Besonderheit, doch Sicherheit bleibt aus. Bedeutung entsteht aus Wiederholung und strenger Choreografie.
- Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
- Ralph Fiennes, Anya Taylor-Joy, Nicholas Hoult (Schauspieler)
- Mark Mylod(Regisseur) - Seth Reiss(Autor) - Adam McKay(Produzent)
- Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 16 Jahren
Eine ausgewählte Gästerunde erreicht eine abgelegene Insel. Ein Küchenchef begrüßt sie zu einem kostspieligen Menü. Die Begleitung eines Gastes steht nicht auf der Liste. Das Personal reagiert aufmerksam und kontrollierend. Mit jedem Gang treten private Aspekte hervor. Der Ablauf verschärft sich durch drastische Ereignisse. Ein Fluchtversuch scheitert sichtbar. Rollen verfestigen sich, während Optionen schwinden. Eine Person stellt schließlich die Ordnung infrage. Wie verändert diese Entscheidung den Ausgang des Abends?
Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte
Der Film „The Menu“ ist eine US-amerikanische Horrorkomödie aus dem Jahr 2022 unter der Regie von Mark Mylod. Das Drehbuch stammt von Seth Reiss und Will Tracy. Die Musik komponierte Colin Stetson, die Kamera übernahm Peter Deming, den Schnitt führte Christopher Tellefsen. In den Hauptrollen sind Ralph Fiennes als Maître Julian Slowik, Anya Taylor-Joy als Margot Mills und Nicholas Hoult als Tyler zu sehen. Weitere Rollen übernahmen Hong Chau, Janet McTeer, Paul Adelstein, John Leguizamo, Aimee Carrero und Judith Light.
Gedreht wurde „The Menu“ ab September 2021 in Savannah sowie auf Tybee Island im Bundesstaat Georgia. Der Film kam am 17. November 2022 in die deutschen Kinos, einen Tag später folgte der US-Start. Die Laufzeit beträgt 108 Minuten, die FSK liegt bei 16 Jahren. „The Menu“ feierte seine Weltpremiere beim Toronto International Film Festival und wurde mehrfach international nominiert. Ralph Fiennes gewann einen Critics’ Choice Super Award als bester Schauspieler in einem Horrorfilm. Der Film erreichte weltweit über 78 Millionen US-Dollar an den Kinokassen.
Zusammenfassung & Story vom Film „The Menu“
Der Feinschmecker Tyler engagiert die Escort-Dame Margot, um einen exklusiven Dinnerabend auf einer abgelegenen Insel zu erleben. Gemeinsam mit weiteren geladenen Gästen erreichen beide per Boot den Ort. Elsa, die strenge Oberkellnerin, führt alle über das Gelände mit eigenen Anbauflächen. Im Restaurant Hawthorn erwartet sie Küchenchef Julian Slowik. Margot fällt sofort auf, da ihr Name fehlt. Slowik beobachtet sie misstrauisch, während Tyler ehrfürchtig reagiert. Der Abend beginnt kontrolliert, doch unterschwellige Spannung breitet sich aus. Die Atmosphäre wirkt inszeniert, dennoch spüren einige Gäste erste Zweifel. Margot beobachtet Gesten, Regeln und Rituale aufmerksam. Dabei wächst ihr Unbehagen, obwohl der Service makellos erscheint.
Mit jedem Gang erläutert Slowik seine kulinarische Idee detailliert. Er fordert Respekt, Aufmerksamkeit und Gehorsam. Tyler genießt jede Erklärung, während Margot Speisen verweigert. Ihre Ablehnung provoziert den Gastgeber. Der dritte Gang verändert die Stimmung grundlegend. Auf Tortillas erscheinen intime Bilder der Gäste. Geheimnisse werden öffentlich, Scham entsteht, Vertrauen zerbricht. Kurz darauf tötet sich Souschef Jeremy Louden. Entsetzen lähmt den Raum. Slowik steigert den Schrecken, indem er den Inselbesitzer ertränkt. Ein gescheiterter Fluchtversuch endet brutal. Den Gästen wird ihre Ausweglosigkeit bewusst. Angst ersetzt jede Höflichkeit. Panik breitet sich aus, doch Regeln bleiben bestehen. Slowik kontrolliert jeden Schritt weiterhin ruhig und bestimmt.
Flucht und Zerstörung
Slowik erklärt schließlich seine Motive offen. Jeder Gast symbolisiert für ihn verlorenen Respekt. Die Kritikerin zerstörte Karrieren, ihr Begleiter profitierte. Seine Mutter zeigte Gleichgültigkeit. Die Liebbrandts vergaßen Geschmack und Erinnerung. Ein Schauspieler verkörperte kreative Belanglosigkeit. Tyler missbrauchte Wissen ohne Demut. Er akzeptierte sogar den geplanten Tod. Slowik bietet Margot eine Wahl. Sie könnte mit Gästen oder Personal sterben. Daraufhin jagt die Küche die Männer. Tyler soll kochen. Sein Gericht scheitert. Die Demütigung zerstört ihn. Tyler erhängt sich. Margot kämpft gegen Elsa und überlebt. Ein vermeintlicher Rettungsversuch entpuppt sich als Täuschung. Slowiks Kontrolle bleibt vollkommen erhalten. Hoffnung schwindet erneut schnell vollständig.
Entschlossen stellt Margot den Küchenchef zur Rede. Sie kritisiert fehlende Leidenschaft und fordert Einfachheit. Ein Cheeseburger soll Wahrheit bringen. Slowik erinnert sich an Anfänge. Er kocht widerwillig, dann konzentriert. Das Ergebnis überzeugt ihn. Margot erhält Erlaubnis zu gehen. Mit eingepacktem Essen verlässt sie das Gebäude. Die übrigen Gäste akzeptieren ihr Schicksal. Slowik inszeniert das Finale. Alle tragen Dessertkostüme. Flammen erfassen das Restaurant. Margot entkommt per Boot. Aus der Ferne beobachtet sie das Feuer. Ruhig isst sie den Burger. Die Nacht endet still. Das Erlebnis bestätigt ihre Entscheidung endgültig. Freiheit bleibt ihr einziger Gewinn am Ende dieser Inszenierung ohne Zeugen zurück.
Kritiken und Fazit zum Film „The Menu“
In „The Menu“ setzt Regisseur Mark Mylod eine Mischung aus Satire, Horror und sozialer Kritik in überraschend scharfe Bilder um. Der Film nutzt die Mechanik eines exklusiven Dinnererlebnisses, um die emotionalen Defizite und Selbstüberschätzung seiner Figuren offenzulegen. Die Kameraarbeit bleibt stets präzise, lässt Räume und Gesichter atmen und bindet gleichzeitig visuelle Ironie ein. Ralph Fiennes spielt den exzentrischen Chef mit kontrollierter Intensität, während Anya Taylor-Joy als Outsiderin eine faszinierende Ruhe bewahrt. Szenen, in denen Gäste auf vermeintliche Delikatessen warten, zeigen die Inszenierung von Erwartung versus Realität und halten den Blick auf das Performative des Erlebnisses. Die Tongestaltung verstärkt diese Spannung, indem sie Gesprächspausen wie kleine Stolpersteine wirken lässt. Oft nutzt der Film Stille und Geräusch, um Distanz zwischen Charakteren zu markieren, was die allgemeine Irritation unterstützt.
Mark Mylod steuert „The Menu“ mit sicherer Hand durch eine Vielzahl emotionaler und gesellschaftlicher Themen. Die Balance zwischen beißender Kritik und schwarzem Humor gestaltet sich nicht immer gleichmäßig, doch die präzisen Darbietungen tragen den Abend. Wenn Fiennes’ Figur im Gespräch mit Taylor-Joy wiederholt die Fassade kulinarischer Kunst hinterfragt, offenbart der Film viel über Anspruch und Selbstbild im kulturellen Diskurs. Der Rhythmus variiert dabei, hält sich selten an traditionelle Spannungskurven und fordert so das Publikum aktiv heraus. Die Entscheidung, Elemente des Horrors organisch zu integrieren, gibt dem Werk zusätzliche Schärfe. „The Menu“ spricht besonders Zuschauer an, die eine Mischung aus Genregrenzen und reflektierter Unterhaltung schätzen. Kritisch denkende Betrachter können seine satirische Zielrichtung wertschätzen.