True Grit
„True Grit“ greift das klassische Westernerbe auf und verhandelt es mit ungewohnter Klarheit. Zwischen altem Kodex und jungem Eigensinn prallen Weltbilder aufeinander, die sich nicht in Freund und Feind sortieren lassen. Was einst als Heldengeschichte durchging, erscheint hier als Versuch, in einem ungerechten System eigene Maßstäbe zu setzen. Der Film stellt eine lakonische, aber dichte Vision gegenüber der Glorifizierung vergangener Mythen.
- Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
- Jeff Bridges, Matt Damon, Josh Brolin (Schauspieler)
- Joel Coen(Regisseur) - Joel Coen(Autor) - Scott Rudin(Produzent)
- Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 12 Jahren
Mattie Ross will nicht warten, bis andere handeln. Sie sucht sich Verbündete, um Verantwortung selbst zu tragen. Marshal Cogburn bringt Erfahrung, aber auch Zynismus mit, während LaBoeuf auf eigene Ziele fokussiert bleibt. Gemeinsam geraten sie in einen Strudel, der ihre Vorstellungen von Loyalität, Mut und Schuld immer wieder erschüttert. Wer behält unter diesen Bedingungen die Kontrolle?
Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte
„True Grit“ ist ein Spätwestern der Ethan und Joel Coen Brüder, der 2010 in die Kinos kam. Jeff Bridges spielt den US-Marshal Rooster Cogburn, Hailee Steinfeld verkörpert die junge Mattie Ross. Matt Damon tritt als Texas-Ranger LaBoeuf auf, während Josh Brolin den gesuchten Mörder Tom Chaney darstellt. Barry Pepper mimt Lucky Ned Pepper. In weiteren Rollen erscheinen Dakin Matthews, Paul Rae, Domhnall Gleeson, Jarlath Conroy sowie Elizabeth Marvel als erwachsene Mattie Ross. Die Dreharbeiten fanden in Texas und New Mexico statt, unter anderem in Granger und Austin.
Ethan und Joel Coen übernahmen Regie, Drehbuch und Schnitt, unterstützt von Roger Deakins an der Kamera und Carter Burwell mit der Filmmusik. Der Film startete 2011 auf der Berlinale und lief später in deutschen Kinos an. Die Laufzeit beträgt 110 Minuten, die FSK liegt bei 12 Jahren. Hailee Steinfeld wurde für ihre Darstellung vielfach ausgezeichnet. Roger Deakins erhielt Preise für die Kameraarbeit. Bei den Oscars 2011 war der Film zehnmal nominiert, ging aber leer aus. Weltweit spielte „True Grit“ rund 245 Millionen US-Dollar ein.
Zusammenfassung & Story vom Film „True Grit“
Im Jahr 1878 reist die 14-jährige Mattie Ross nach Fort Smith in Arkansas. Dort will sie den Mörder ihres Vaters zur Rechenschaft ziehen. Da die Behörden tatenlos bleiben, handelt sie entschlossen. Sie engagiert den raubeinigen US-Marshal Reuben „Rooster“ Cogburn, obwohl dieser für seinen Alkoholismus und seine unberechenbare Art bekannt ist. Cogburn plant, allein ins Indianer-Territorium zu reiten. Doch Mattie bleibt hartnäckig und überzeugt ihn, sie mitzunehmen. Der Texas Ranger LaBoeuf schließt sich ihnen an. Er verfolgt Chaney wegen eines weiteren Mordes und ist am Kopfgeld interessiert.
Während der Reise kracht es mehrfach zwischen Cogburn und LaBoeuf. Beide Männer vertreten unterschiedliche Ansätze und geraten oft aneinander. Mattie zeigt Durchhaltevermögen, vermittelt bei Konflikten und weicht trotz der Gefahren nicht zurück. LaBoeuf verlässt die Gruppe, als ein Streit eskaliert. Kurz darauf trifft Mattie im Alleingang auf Chaney. Sie verletzt ihn, doch ihre Waffe versagt. Chaney überwältigt sie und verschleppt sie mit seinen Gefährten. Als er später allein mit ihr zurückbleibt, droht er ihr mit dem Messer. LaBoeuf kehrt im richtigen Moment zurück und stoppt ihn.
Erinnerung und Abschied
Im Tal liefern sich Cogburn und Chaneys Bande einen heftigen Schusswechsel. LaBoeuf rettet Cogburn mit einem präzisen Gewehrschuss aus der Ferne. Doch Chaney erlangt erneut die Oberhand. Er schlägt LaBoeuf nieder, wird aber schließlich von Mattie mit LaBoeufs Gewehr erschossen. Dabei fällt sie in eine Felsspalte und wird von einer Giftschlange gebissen. Cogburn rettet sie in letzter Minute. Ihr Pferd bricht zusammen, also trägt er sie bis zu einer abgelegenen Hütte. Dort gelingt es einem Arzt, ihr Leben zu retten. Trotzdem verliert sie durch den Biss ihren linken Arm.
Viele Jahre später erinnert sich Mattie an die Ereignisse. Cogburn wich damals nicht von ihrer Seite, verschwand aber, bevor sie wieder bei Bewusstsein war. Ein Brief führt sie zu einer Westernshow, bei der Cogburn auftritt. Doch als sie eintrifft, erfährt sie, dass er wenige Tage zuvor gestorben ist. Mattie lässt seinen Leichnam in ihren Heimatort überführen. Seitdem besucht sie sein Grab regelmäßig. Von LaBoeuf hat sie nie wieder etwas gehört.
Kritiken und Fazit zum Film „True Grit“
„True Grit“ wirkt in der Filmlandschaft wie ein sorgsam komponiertes Beispiel klassischer Westernkunst, das zugleich moderne Sensibilitäten aufruft. Die Regie der Coen-Brüder zeigt eine klare Linie, die sich von ihren früheren, bewusst ironischen Arbeiten abhebt und stattdessen den Genrekodex ernst nimmt. Die Kamera von Roger Deakins zeichnet ein raues, sonnenverblasstes Terrain, das ohne romantische Verklärung auskommt und jede Szene erdet. In einer Schlüsselsequenz unter schneebedecktem Himmel bleibt der Blick lange auf zwei Figuren im Sattel, was dabei Kälte und Isolation spürbar macht. Diese sparsame Bildsprache verwebt die Landschaft mit dem inneren Zustand der Figuren. Sie erzeugt eine visuelle Dichte, die stärker wirkt als jede pathetische Musik.
Hailee Steinfeld prägt den Film maßgeblich, weil sie der jugendlichen Protagonistin eine unerwartete Unerschrockenheit verleiht. Jeff Bridges geht in der Rolle des Cogburn dorthin, wo andere Westernfiguren leicht klischeehaft wirken würden, und hält dabei eine Balance zwischen raubeinigem Gesetzeshüter und verletzlicher Persönlichkeit. Wenn in einer Szene die drei Figuren am Lagerfeuer in die Flammen starren, wächst daraus ein Moment, der Charakterkonflikte und subtile Spannungen bündelt. „True Grit“ funktioniert gerade für Zuschauer, die klassische Genres zugleich ernst und neu interpretiert sehen wollen, sie bietet ein stimmiges, dichtes Filmerlebnis. Kritisch betrachtet könnte der moderate Rhythmus manchen Langsamkeit vermitteln, doch diese Zurückhaltung dient dem ernsten Ton des Films.