Wonder Woman

Als „Wonder Woman“ 2017 in die Kinos kam, war das mediale Echo bemerkenswert. Die erste große Superheldin der Moderne erhielt ihre Solo-Plattform – nicht als Nebendarstellerin, sondern als Hauptfigur im Zentrum einer Kriegserzählung. Der Film verband mythische Motive mit Genre-Elementen des Blockbusters und setzte dabei gezielt auf eine visuelle Handschrift, die sich deutlich von vergleichbaren Produktionen abhob. Gerade in Zeiten wachsender Debatten um Repräsentation galt diese Inszenierung als Signal.

Wonder Woman
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright (Schauspieler)
  • Patty Jenkins(Regisseur) - Allan Heinberg(Autor) - Wesley Coller(Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 12 Jahren

Im Mittelpunkt steht Diana, aufgewachsen im Verborgenen, abgeschirmt von der Welt der Menschen. Als der Krieg in ihre Nähe dringt, folgt sie dem Piloten Steve Trevor nach Europa. Dort beginnt für sie eine Konfrontation mit der Realität, die sie nicht nur kämpferisch fordert, sondern auch ihre eigenen Überzeugungen auf die Probe stellt. Zwischen moralischen Dilemmata und brachialer Gewalt muss sie sich entscheiden. Wie verändert sich ein Mensch, der an das Gute glaubt und mit der Zerstörung konfrontiert wird?

Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Wonder Woman“ erschien 2017 als erste eigenständige Kinoadaption der gleichnamigen DC-Comics-Figur. Regie führte Patty Jenkins, das Drehbuch stammt von Allan Heinberg. Gal Gadot verkörpert Diana Prince alias Wonder Woman, Chris Pine spielt Steve Trevor. Weitere Rollen übernahmen Connie Nielsen als Königin Hippolyta, Robin Wright als General Antiope sowie David Thewlis als Ares. Die Dreharbeiten begannen im Herbst 2015 und fanden in London, Süditalien und Frankreich statt. Der Film feierte seine Weltpremiere am 25. Mai 2017 in Los Angeles und kam am 15. Juni 2017 in die deutschen Kinos.

Die Produktion übernahmen Charles Roven, Deborah Snyder, Zack Snyder und Richard Suckle. Matthew Jensen war für die Kamera verantwortlich, Martin Walsh übernahm den Schnitt, Rupert Gregson-Williams komponierte die Filmmusik. Der Film erhielt zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen, darunter von der Art Directors Guild, den MTV Movie & TV Awards, den Satellite Awards und der Screen Actors Guild. Mit einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren, einer Laufzeit von 141 Minuten und einem weltweiten Einspielergebnis von 824 Millionen US-Dollar zählt der Film zu den erfolgreichsten Beiträgen des DC Extended Universe.

Zusammenfassung & Story vom Film „Wonder Woman“

Diana Prince lebt im heutigen Paris, als ein altes Foto aus dem Ersten Weltkrieg Erinnerungen weckt. Das Bild zeigt sie zusammen mit vier Männern – aufgenommen zu einer Zeit, die ihr Leben grundlegend veränderte. Aufgewachsen auf der versteckten Insel Themyscira, wird Diana von den Amazonen großgezogen, einem Volk kämpferischer Frauen. Ihre Mutter Hippolyta erzählt ihr von Ares, dem Gott des Krieges, und dessen Zerstörungswut gegenüber der Menschheit. Heimlich lässt Hippolytas Schwester Antiope Diana zur Kriegerin ausbilden, um sie auf eine drohende Rückkehr von Ares vorzubereiten.

Eines Tages stürzt ein Flugzeug ins Meer vor der Insel. Der Pilot, Steve Trevor, wird von Diana gerettet. Deutsche Soldaten, die ihn verfolgen, landen auf Themyscira und werden von den Amazonen besiegt, wobei Antiope stirbt. Steve berichtet von einem weltweiten Krieg und einer gefährlichen Waffe, die von Dr. Maru im Auftrag Ludendorffs entwickelt wird. Diana glaubt, Ares stecke dahinter, und folgt Steve heimlich in die Welt der Menschen. Ausgerüstet mit Schwert, Lasso und Rüstung verlässt sie ihre Heimat, um dem Krieg ein Ende zu setzen.

Der Wendepunkt an der Front

In London wird Steves Bericht ernst genommen, doch das Militär zögert zu handeln. Mit heimlicher Unterstützung stellt Steve ein Team zusammen: Sameer, Charlie und Chief Napi. Gemeinsam reisen sie an die Front in Belgien. Diana überwindet allein das Niemandsland, zerstört die feindlichen Stellungen und befreit das Dorf Veld. Dort wächst die Gruppe zusammen, Diana und Steve kommen sich näher. Kurz darauf entdeckt das Team einen geplanten Galaabend der deutschen Führung. Während Steve heimlich nach der Giftgasladung sucht, will Diana Ludendorff töten. Doch ihr Angriff kommt zu spät – das Gas tötet alle Bewohner des Dorfes.

Diana gibt Steve die Schuld und verfolgt Ludendorff zu einem Militärstützpunkt. Nach einem harten Kampf tötet sie ihn, doch der Krieg geht weiter. Verwirrt und enttäuscht begegnet sie Sir Patrick, der sich als Ares entpuppt. Er offenbart, dass sie selbst die „Götter-Killerin“ sei – Tochter des Zeus. Während Diana gegen Ares kämpft, opfert sich Steve, um das Giftgas zu vernichten. Ares versucht, Dianas Trauer in Hass zu verwandeln, doch sie erkennt die Menschlichkeit in Steve. Statt Maru zu töten, wendet sie sich gegen Ares und vernichtet ihn mit seiner eigenen Energie.

Kritiken und Fazit zum Film „Wonder Woman“

Wonder Woman“ gelingt das Kunststück, klassische Genreformeln mit stilistischer Klarheit zu verbinden. Patty Jenkins inszeniert das Actionspektakel mit einem erstaunlich sicheren Gespür für Timing und Rhythmus. Die Kamera von Matthew Jensen setzt Bewegung nicht bloß ein, sie strukturiert sie. Besonders in der Szene am Niemandsland entfaltet sich diese Präzision: Jede Geste folgt einem inneren Takt, jede Kamerabewegung hat Gewicht. Der Schnitt lässt Raum, statt alles zu zerreißen. Gal Gadot wirkt dabei nicht nur körperlich präsent, sondern trägt die Szene durch minimale Mimik und Körperspannung.

Im weiteren Verlauf hält der Film diesen Standard nicht immer. Einige Effekte geraten überladen, der Showdown scheitert am Maß. Gadot jedoch bleibt auch in überzeichneten Momenten glaubhaft. Chris Pine bringt Charme und Bodenhaftung, auch wenn die Dialogführung gelegentlich schwankt. Rupert Gregson-Williams’ Musik trifft in leisen Momenten besser als in lauten. Jenkins’ Regie balanciert vieles klug, scheitert aber an der Ambition, alles zugleich erzählen zu wollen. Für Fans klarer Actionbilder mit Figurenzentrierung funktioniert „Wonder Woman“ – trotz vereinzelter Brüche – als stimmiger Blockbuster.

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