Unangekündigt: Disney entfernt 14 Spiele von PC-Plattformen
Disney ist eines der erfolgreichsten und einflussreichsten Medienunternehmen der Welt, das für eine Vielzahl verschiedener Produkte steht. Dazu gehören nicht nur Freizeitparks, Filme und Serien, sondern auch Videospiele. Viele klassische Spiele haben auch Videospiel-Umsetzungen erhalten, die man auch heute noch spielen kann. Zumindest sofern man die Originale besitzt, denn ganz ohne Vorwarnung hat Disney Mitte Januar eine ganze Reihe von Spielen von sämtlichen PC-Plattformen entfernen lassen.
Wer die Spiele bereits gekauft hat, kann sie zwar noch weiterhin spielen, doch ein Neukauf ist derzeit nicht möglich. Eine Ankündigung oder Erklärung hat es nicht gegeben, was für viele Spieler wie ein Schlag ins Gesicht wirkt. Unter den entfernten Spielen sind auch beliebte Titel wie „Hercules Action Game” und “Finding Nemo”. Einige Beobachter bewerten diesen Abzug der Spiele als einen Rückzug vom digitalen PC-Handel insgesamt. Ob die Spiele noch einmal zurückkehren werden, ist derzeit nicht klar. Alle Informationen dazu gibt es in diesem Artikel.
14 Disney Spiele verschwunden
Als die Nachricht die Runde machte, stieß sie nicht gerade auf viel Gegenliebe. Im Gegenteil, denn was Spieler vor allem nervt, ist, dass es keine Ankündigung gab. Das ist durchaus eine Praxis, die man auch von der Streaming-Plattform Disney+ kennt. Seit Mitte Januar sind aber 14 Disney Spiele von Steam und GOG entfernt worden. Abgesehen davon, dass es keine Warnung gab, fehlt auch jede Spur einer Erklärung. Besonders brisant ist, dass die Spiele auch von GOG verschwunden sind, obschon sich die Plattform explizit für den Erhalt alter Spiele einsetzt. Das ist durchaus ein schlechtes Zeichen und weckt nicht gerade Hoffnungen, dass die Spiele bald zurückkehren werden.
Insgesamt 14 Titel wurden entfernt, die zwischen 1992 und 2014 veröffentlicht wurden. Das sind Afterlife, Armed and Dangerous, Chicken Little: Ace in Action, Fairies: Tinker Bell’s Adventure, Hercules Action Game, Planes, The Princess and the Frog, Winnie the Pooh, Cars: Radiator Springs Adventures, Finding Nemo, Toy Story Mania!, Lucidity, Phineas and Ferb: New Inventions und Stunt Island. Die Spiele können nicht mehr gekauft werden. Aktuell sieht es so aus, als wenn die Spiele aber zumindest noch gespielt werden können, wenn sie sich zuvor schon in der eigenen Steam-Bibliothek befunden haben. Für die Zugänglichkeit der alten Titel ist es ein herber Verlust.
Was dahinter stecken könnte
Einen kompletten Rückzug aus der Welt der Videospiele wird es nicht geben. Das zeigt auch unter anderem das Spiel Dreamlight Valley, für das vor kurzem die neue Erweiterung Wishblossom Ranch erschienen ist. Es gibt verschiedene Theorien dafür, warum Disney diesen Schritt gegangen ist. Manche gehen von einer eigenen Gaming-Plattform aus, also ein Disney+ Gaming, wie es auch schon Amazon und Netflix vorgemacht haben. Andere denken, es könne Neuauflagen geben, was auch schon 2019 für “Der König der Löwen” und “Aladdin” der Fall gewesen war. Eventuell wickelt Disney aber auch einfach alte Marken ab, um sich zukünftig auf die großen Lizenzen wie Marvel und Star Wars konzentrieren zu können.
Was Disneys Entscheidung für Spieler langfristig bedeutet
Zurecht gibt es von den Fans scharfe Kritik, was den Konzern wohl nicht sonderlich stören wird. Doch einmal mehr zeigt sich, dass das Internet viele Möglichkeiten bietet, ein digitales Erbe aber nur unter großen Anstrengungen aufrechterhalten werden kann. Alte Spiele sind nach wie vor sehr beliebt und für viele Spieler sind diese digitalen Vertriebsplattformen die einzige Möglichkeit, um die Spiele von früher legal spielen zu können. Letztendlich zeigt es auch wieder, dass digitale Käufe eben nicht bedeutet, dass man die Spiele auch tatsächlich besitzt. Verschwinden sie von den Plattformen, kann man sie im schlimmsten Fall gar nicht mehr spielen.