F1 26 auf der PS5 Pro im Test: Liefert EA die Physik-Revolution oder nur ein teures Update?
Gaming & Spiele Expertin bei Stadtgame
Wer im Sommer 2026 nach „F1 26“ sucht, erlebt eine Überraschung: Ein klassisches F1 26 Spiel gibt es dieses Jahr gar nicht. Codemasters und EA haben stattdessen den F1 25: 2026 Season Pack veröffentlicht, ein kostenpflichtiges DLC, das die komplette Saison 2026 in das Vorjahresspiel bringt. In der Community hat sich dafür längst der Name „F1 26 DLC“ etabliert, und genau dieses Paket sorgt gerade für hitzige Diskussionen.
Denn während die einen von der realistischsten F1-Simulation aller Zeiten schwärmen, sprechen andere von einem überteuerten Autopaket. Besonders spannend wird es für alle unter euch, die eine PS5 Pro besitzen: Dank PSSR, Sonys KI-Upscaling, holt das Spiel dort technisch deutlich mehr heraus als auf der Standard-PS5. Wir haben uns angeschaut, was wirklich dahintersteckt.
Kein klassisches F1 26 Spiel: Warum EA Sports auf ein DLC setzt
Zum ersten Mal seit der Übernahme der Lizenz im Jahr 2009 verzichtet Codemasters auf einen vollwertigen Jahrestitel. Ein offizielles EA Sports F1 26 wurde nie angekündigt. Stattdessen erschien am 3. Juni 2026 der 2026 Season Pack als DLC für 29,99 Euro auf PS5 und Xbox Series X|S, PC-Spieler zahlen 24,99 Euro. Wer F1 25 noch nicht besitzt, greift zur gebündelten „F1 25: 2026 Season Edition“.
Der Grund für die Pause: Das Studio arbeitet an einem komplett neu gedachten F1 27, das laut EA anders aussehen, sich anders anfühlen und mehr Gameplay-Optionen bieten soll. Der vorsichtige Kurs hängt auch mit den zuletzt schwachen Verkaufszahlen der Serie zusammen. Das F1 26 DLC überbrückt die Wartezeit und bringt dafür einiges mit: die neuen Teams Audi und Cadillac, ein auf 22 Fahrer angewachsenes Feld mit Rückkehrern wie Sergio Perez und Valtteri Bottas sowie den brandneuen Madring-Stadtkurs in Madrid, den ihr im Spiel sogar vor dem realen Renndebüt im September fahren könnt. Der Madring ist laut Codemasters zudem die erste Strecke der Serie, die von Grund auf für das erweiterte PSSR und sämtliche Ray-Tracing-Funktionen entwickelt wurde.
F1 26 auf PS5 und PS5 Pro: Das steckt technisch im PSSR-Upgrade
Parallel zum Season Pack hat Codemasters per kostenlosem Patch die zweite Generation von PSSR integriert, Sonys KI-gestütztes Upscaling für die PS5 Pro. Das „PS5 Pro Enhanced“-Siegel im PlayStation Store trug F1 25 bereits zum Launch, neu ist das sichtbar schärfere Bild durch das erweiterte Upscaling. Technical Producer Si Lumb von Codemasters bezeichnet die Pro-Fassung im PlayStation Blog selbstbewusst als das Beste, was ihr derzeit auf Konsolenhardware bekommen könnt.
Konkret profitiert ihr auf der PS5 Pro in drei Bereichen. Der Quality Mode kombiniert Ray Tracing bei stabilen 60 FPS mit der verbesserten PSSR-Bildaufbereitung: Ray-Tracing-Reflexionen und eine per Ray Tracing berechnete globale Beleuchtung sorgen dafür, dass Spiegelungen auf Karosserie und nasser Strecke sichtbar sauberer wirken als auf der Standard-PS5. Der Performance Mode zielt dagegen auf Geschwindigkeit: Mit einem kompatiblen Fernseher oder Monitor sind hier flüssige 120 Hz möglich. Als dritte Option gibt es einen eigenen 8K-Auflösungsmodus für alle unter euch, die einen entsprechend hochauflösenden Fernseher besitzen.
Ein ehrliches Wort gehört aber dazu: Die Kombination aus vollem Ray Tracing und 120 FPS gleichzeitig gibt es auch auf der Pro nicht, ihr müsst euch weiterhin zwischen Optik und Bildrate entscheiden. Die Basis bleibt zudem die bekannte EGO Engine 4.0, deren Animationen teilweise noch aus älteren Serienteilen stammen. Die PS5 Pro macht aus F1 25 also kein neues Spiel, sie holt aus dem vorhandenen Material aber das Maximum heraus.
| Feature | PS5 (Standard) | PS5 Pro |
| Quality Mode | Ray Tracing, 60 FPS | Ray-Tracing-Reflexionen + RT-Beleuchtung, 60 FPS, erweitertes PSSR |
| Performance Mode | Höhere Framerate ohne Ray Tracing | Bis zu 120 Hz mit PSSR |
| 8K-Auflösungsmodus | Nicht verfügbar | Eigener Modus für 8K-Fernseher |
| Bildqualität | Klassisches Upscaling | KI-Upscaling (PSSR 2) |
Neue Fahrphysik im F1 26 DLC: Aktive Aerodynamik statt DRS
Die eigentliche Revolution des Pakets findet nicht auf dem Bildschirm statt, sondern unter der virtuellen Haube. Das Reglement 2026 hat die Formel 1 real komplett umgekrempelt, und Codemasters hat diese Änderungen mit beeindruckender Detailtreue ins Spiel übertragen. Die neuen Autos sind rund 30 Kilogramm leichter, reagieren agiler und verlangen euch in Kurven ein komplettes Umlernen ab, weil Bremspunkte und Wendekreis nicht mehr denen der Vorjahre entsprechen.
Das klassische DRS ist Geschichte. Stattdessen steuert ihr eine aktive Aerodynamik mit zwei Flügelmodi: einem Straight Mode für maximalen Topspeed auf Geraden und einem Cornering Mode für Abtrieb in Kurven. Dazu kommt der neue Overtake Mode, der automatisch verfügbar wird, sobald ihr weniger als eine Sekunde hinter einem Gegner liegt, und euch einen kräftigen Leistungsschub für Angriffe liefert. Das Ergebnis sind deutlich mehr Positionskämpfe und packendere Rad-an-Rad-Duelle als in den Vorgängern.
Die größte Umstellung bringt der neue Hybridantrieb mit seiner 50/50-Aufteilung zwischen Verbrenner und Elektromotor. Batteriemanagement wird damit zum zentralen Spielelement: Ihr wählt zwischen vier Rekuperationsmodi, hebt vor Bremszonen bewusst den Fuß vom Gas (Lift and Coast) und plant euren Energieeinsatz über die gesamte Runde. Sogar das umstrittene Super-Clipping, bei dem die realen Autos am Ende langer Geraden spürbar Tempo verlieren, wurde originalgetreu nachgebildet. Simulationsfans feiern genau das, Gelegenheitsfahrer empfinden es teilweise als frustrierend.
Fahrgefühl am Lenkrad: Hier zahlt sich die neue Physik aus
Wer mit dem Gamepad unterwegs ist, spürt die leichteren, nervöseren Autos bereits deutlich. Richtig zur Geltung kommt die überarbeitete Fahrphysik aber erst mit einem Lenkrad samt Force Feedback. Mehrere internationale Tests bestätigen, dass die Unterschiede zwischen den 2025er- und 2026er-Boliden gerade am Lenkrad am stärksten auffallen: Das geringere Gewicht, der veränderte Grip und die aktive Aerodynamik übersetzen sich in ein direkteres, lebendigeres Feedback in euren Händen.
In Kombination mit den 120 Hz der PS5 Pro entsteht so das aktuell rundeste F1-Fahrerlebnis auf Konsolen: hohe Bildrate, geringe Eingabeverzögerung und eine Fahrphysik, die euch jede Regeländerung der echten Saison spüren lässt. Wer ernsthaft ins Simracing einsteigen will, findet hier die beste Ausbaustufe, die die aktuelle Engine hergibt.
Umfang und Kritik: Wo das Season Pack schwächelt
So stark die Technik ist, beim Inhalt gibt es berechtigte Kritik. Die 2026er-Autos sind nicht in allen Spielmodi nutzbar: Ranked Multiplayer, Co-op Career und F1 World bleiben außen vor, übrig bleiben My Team, Driver Career, Unranked Multiplayer, Time Trial und Custom Grand Prix. Eure Karriere-Speicherstände aus der Saison 2025 lassen sich zudem nicht übernehmen, ihr startet komplett neu.
Auch eine Fortsetzung des Story-Modus Braking Point fehlt, und am Karrieremodus selbst hat sich abseits der neuen Teams wenig getan. Das spiegelt sich in der Community wider: Auf Steam liegen die Nutzerbewertungen des Season Packs nur im ausgeglichenen Bereich um 49 Prozent, wobei sich die Kritik vor allem am Preis von rund 30 Euro für ein Update entzündet, weniger an der Qualität der Fahrphysik selbst.
Fazit: Revolution auf der Strecke, Update daneben
Die Antwort auf die Titelfrage fällt zweigeteilt aus. Fahrerisch ist der 2026 Season Pack tatsächlich ein kleiner Umbruch: neue Physik, aktive Aerodynamik, Energiemanagement und ein Fahrgefühl, das sich klar von allen Vorgängern abhebt. Auf der PS5 Pro kommt dank PSSR, Ray Tracing und 120 Hz die derzeit beste technische Umsetzung der Serie dazu.
Drumherum bleibt es aber ein Update mit Lücken: eingeschränkte Modi, kein Story-Content, kein Karriere-Import. Unsere Empfehlung: Wer die Saison 2026 liebt und idealerweise PS5 Pro plus Lenkrad besitzt, bekommt hier viel Rennspiel fürs Geld. Alle anderen fahren mit dem weiterhin starken F1 25 solide weiter und warten entspannt auf den großen Neustart mit F1 27.