Warum PS5, Xbox und Steam Deck 2026 alle teurer wurden
Gaming & Spiele Expertin bei Stadtgame
Innerhalb von nur fünf Monaten haben 2026 alle vier großen Hersteller von Gaming-Hardware ihre Preise angehoben, Sony im April, Valve im Mai, Microsoft im August und Nintendo ab September. Bei allen vier spielt dieselbe globale Speicherkrise eine Rolle, offiziell genannt wird sie aber nicht überall gleich deutlich als Grund.
Was ist die Speicherkrise überhaupt?
Hinter den Preiserhöhungen steckt kein Chipmangel im klassischen Sinn, sondern eine Umverteilung. Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron priorisieren zunehmend Server- und KI-Produkte wie High Bandwidth Memory, wo aktuell die stärkste Nachfrage besteht. Rechenzentren für KI-Training binden inzwischen einen wachsenden Teil der weltweiten Speicherproduktion, wodurch für Konsolen, Handhelds und normale PCs weniger übrig bleibt.
Die Zahlen dahinter sind trotzdem drastisch. Europäische 32-Gigabyte-DDR5-Kits, die im Herbst 2025 noch rund 95 bis 100 Euro kosteten, lagen laut TrendForce Anfang Februar 2026 bereits bei etwa 430 bis 470 Euro. Wann sich das wieder entspannt, ist unklar, Micron erwartet zwar schon Mitte 2027 ersten Output aus einer neuen Fabrik in Idaho, spürbare Marktentlastung erwarten viele Analysten aber erst 2027 bis 2028.
Die vier Preisrunden im Vergleich
Damit ihr die Größenordnung besser einschätzen könnt, zunächst der prozentuale Vergleich aller vier Preisrunden nebeneinander. Die Unterschiede zwischen den Herstellern sind größer, als es auf den ersten Blick wirkt, von moderaten 6 Prozent bis zu drastischen 37 Prozent.
| Hersteller | Produkt | Anstieg |
|---|---|---|
| Sony | PS5 (Disc) | +18,2 % |
| Microsoft | Xbox Series X | +23,1 % (USA) |
| Valve | Steam Deck OLED 512GB | +36,9 % |
| Nintendo | Switch 2 | +6,4 % (ab 1.9.) |
Sony macht im Frühjahr den Anfang
Sony kündigte am 27. März 2026 an, die Preise der gesamten PS5-Familie in Deutschland zum 2. April um jeweils 100 Euro zu erhöhen. Die Digital Edition kostet seither 599,99 Euro, das Modell mit Laufwerk 649,99 Euro, die PS5 Pro 899,99 Euro. Offiziell verwies Sony auf das globale Wirtschaftsumfeld, ohne die Speicherkrise ausdrücklich zu benennen.
📊 Preisanstieg PS5 (Disc): 549,99 € → 649,99 € (+18,2 %)
Bereits im Februar hatte Sony beim Earnings Call erklärt, für die Zeit bis zur nächsten Weihnachtssaison ausreichend Speicher gesichert zu haben, gleichzeitig aber eingeräumt, dass steigende Einkaufspreise die PlayStation-Hardware belasten und man verschiedene Reaktionen prüfe. Zwischen diesem Call und der Ankündigung lagen rund sieben Wochen, in denen sich die Lage offenbar weiter zuspitzte.
Steam Deck trifft es prozentual am härtesten
Ende Mai zog Valve nach, und zwar deutlich stärker als Sony. Am 27. Mai 2026 brachte Valve das zwischenzeitlich ausverkaufte Steam Deck OLED zurück in den deutschen Handel, allerdings zu drastisch höheren Preisen. Das 512-Gigabyte-Modell kostet seither 779 Euro statt 569 Euro, die 1-Terabyte-Version 919 Euro statt 679 Euro.
📊 Preisanstieg Steam Deck OLED 512GB: 569 € → 779 € (+36,9 %)
Das günstigere LCD-Modell wurde komplett aus dem Sortiment genommen, ohne Nachfolger. Valve nannte als Grund ausdrücklich steigende Speicher- und Logistikkosten. Vereinzelte Regionen meldeten kurzfristige Lieferengpässe, ein von Valve bestätigter, vollständiger Ausverkauf binnen 24 Stunden lässt sich allerdings nicht belegen, ebenso wenig wie die kursierenden Schätzungen zu einem Nachfrageeinbruch von bis zu 80 Prozent, die auf indirekten Rückschlüssen beruhen.
Xbox zieht im August nach
Microsoft kündigte am 25. Juni 2026 die dritte Preiserhöhung der Konsole seit Mai 2025 an, wirksam zum 1. August. In den USA steigt die Xbox Series X mit Laufwerk von 649,99 auf 799,99 US-Dollar, das bisherige 2-Terabyte-Topmodell verschwindet komplett aus dem Angebot.
📊 Preisanstieg Xbox Series X: 649,99 $ → 799,99 $ (+23,1 %, USA)
In einem Statement auf Xbox Wire wurde Microsoft ungewöhnlich konkret. Das Unternehmen erklärte, die Preise für Konsolenspeicher und Arbeitsspeicher hätten sich bereits mehr als verzweieinhalbfacht, bis Herbst 2027 werde eine weitere Verdopplung erwartet. Diese Zahlen nannte Microsoft deutlich offener als Sony, dessen Begründung vager blieb.
Nintendo bleibt vergleichsweise moderat
Am 8. Mai 2026 kündigte Nintendo an, die Switch 2 zum 1. September 2026 in Europa von 469,99 auf 499,99 Euro zu verteuern, ein Termin, der zum heutigen Stand noch nicht in Kraft ist. Als Gründe nannte das Unternehmen eine Kombination aus Speicherpreisen, US-Zöllen und Wechselkurseffekten, deutlich moderater als bei der Konkurrenz.
📊 Preisanstieg Switch 2: 469,99 € → 499,99 € (+6,4 %, ab 1.9.2026)
Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa erklärte dazu offen, dass selbst diese Anpassung die gestiegenen Kosten nicht vollständig auffange, das Unternehmen aber zunächst eine stabile Gewinnspanne halten wolle. Weitere Erhöhungen hat Nintendo damit ausdrücklich nicht ausgeschlossen.
Was die Preiserhöhungen für den Markt bedeuten
Der Effekt zeigt sich in den US-Verkaufszahlen von Circana bereits deutlich, wenn auch unterschiedlich stark. Im Mai 2026 brachen die PS5-Verkäufe in den USA gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent ein, die Xbox Series verlor rund 12 Prozent. Microsofts eigene Zahlen zeigen zusätzlich einen Umsatzrückgang von 29 Prozent bei Xbox-Hardware im Geschäftsjahr, eine andere Kennzahl als reine Stückzahlen, die aber in dieselbe Richtung weist.
Eine schnelle Entspannung ist trotzdem nicht in Sicht, auch wenn sich Analysten in den Details uneinig sind. Jefferies rechnet für das dritte Quartal 2026 mit einem Speicherpreisanstieg von 40 bis 50 Prozent, TrendForce kommt für denselben Zeitraum auf deutlich moderatere 13 bis 18 Prozent bei DRAM und 10 bis 15 Prozent bei NAND. Selbst die vorsichtigeren Schätzungen bedeuten weiterhin steigende, nicht fallende Preise, nur eben nicht ganz so dramatisch wie im Worst-Case-Szenario.
Was das für euren nächsten Kauf bedeutet
Wer ohnehin kurz vor einer Kaufentscheidung steht, sollte die aktuelle Lage realistisch einordnen. Warten auf sinkende Preise dürfte sich mindestens bis 2027 nicht auszahlen, eher im Gegenteil. Die nächste Erhöhung ist wahrscheinlicher als eine Preissenkung, das gilt für alle vier Hersteller gleichermaßen.
Sinnvoller ist es, vor dem Kauf die tatsächlich benötigte Speichergröße realistisch einzuschätzen, da größere Varianten meist noch stärker verteuert wurden als die Einstiegsmodelle. Gerade beim Xbox-Topmodell lohnt sich das, weil externe Erweiterungsspeicher nach dem Wegfall der 2-Terabyte-Option wichtiger werden. Gebrauchte oder generalüberholte Geräte gewinnen dadurch spürbar an Bedeutung, vor allem beim Steam Deck.Fazit
Die Speicherkrise 2026 ist keine vorübergehende Ausrede einzelner Hersteller, sondern ein struktureller Kostendruck, der von der KI-Industrie ausgeht und alle vier Plattformen unterschiedlich stark trifft. Nintendo am wenigsten, Valve prozentual am stärksten, Sony und Microsoft dazwischen, wobei nicht jeder Hersteller die Speicherkrise offiziell als alleinigen Grund nennt. Wer eine Kaufentscheidung plant, sollte trotzdem eher mit weiter steigenden als mit fallenden Preisen rechnen.
Fazit
Die Speicherkrise 2026 ist keine vorübergehende Ausrede einzelner Hersteller, sondern ein struktureller Kostendruck, der von der KI-Industrie ausgeht und alle vier Plattformen unterschiedlich stark trifft. Nintendo am wenigsten, Valve prozentual am stärksten, Sony und Microsoft dazwischen, wobei nicht jeder Hersteller die Speicherkrise offiziell als alleinigen Grund nennt. Wer eine Kaufentscheidung plant, sollte trotzdem eher mit weiter steigenden als mit fallenden Preisen rechnen.