Die Deutsche Einzelmeisterschaft im Schach 2006 in Osterburg
Er hat es erneut geschafft. Thomas Luther konnte in Osterburg seine dritte Deutsche Einzelmeisterschaft im Schach gewinnen. Am Ende fiel die Entscheidung durch die Feinwertung, da auch Vitaly Kunin und Artur Jussupow auf 6,5 Punkte kamen. Es war ein interessantes Duell, bei dem es lange Zeit spannend blieb. Gespielt wurde über zehn Tage im Februar. Einige Spieler konnten bei diesem Turnier die Normen für die Internationalen Meister und Großmeister erreichen.
Osterburg in der Altmark zeigte sich als toller Gastgeber. Auch abseits des Schachsports konnten die Teilnehmer verschiedene Angebote für ihre Freizeit finden und natürlich auch die entsprechende Ruhe, um bei einem solchen Turnier mit höchster Konzentration spielen zu können. Den Rückblick auf die Deutsche Einzelmeisterschaft im Schach 2006 gibt es in diesem Artikel.
Die Deutsche Meisterschaft 2006 in Osterburg
Osterburg in der Altmark in Sachsen-Anhalt ist eine Hansestadt, die entsprechend auf eine lange Historie zurückblicken kann. Die Ursprünge der Stadt sind im 12. Jahrhundert zu finden und wer heute durch die Gassen der Stadt schlendert, kann überall die alten Spuren der Vergangenheit erkennen. Vor zwei Jahren fand hier bereits die offene Deutsche Frauenmeisterschaft statt. Die Herren waren zum ersten Mal in diesem Jahr in Osterburg zu Gast. Gespielt wurde an der Sportschule des Landessportbundes Sachsen-Anhalt. Die Turnierleitung wurde von Bundesturnierdirektor Ralph Alt übernommen. Offizieller Ausrichter war der Landesschachverband Sachsen-Anhalt. Die Schirmherrschaft übernahm Heinz Marciniak.
Gespielt wurde in neun Runden nach dem Schweizer System. Die Bedenkzeit betrug 2 Stunden für 40 Züge, danach gab es eine Stunde für den Rest der Partie. Bei Punktgleichheit kam folgendes Wertungssystem zum Zug: Die Summe der ELO-Zahlen der Gegner, die Summe der DWZ-Zahlen der Gegner, die FIDE-Buchholz-Wertung und zuletzt der Losentscheid. Das Turnier fand vom 2. bis zu 12. Februar 2006 statt. Am ersten Tag gab es am Abend eine feierliche Eröffnung, am vorletzten Abend folgte die Siegerehrung mit anschließendem Abschlussbankett. Die ersten acht Runden fanden zwischen 14 und 18 Uhr statt, die Finalrunde zwischen 11 und 17 Uhr.
Das Teilnehmerfeld der Schachmeisterschaft DEM 2006
Als topgesetzte Spieler gingen Jan Gustafsson, Artur Jussupow, Alexander Graf, Igor Khenkin und Thomas Luther in das Turnier. Von Anfang an war es schwierig, einen ganz klaren Favoriten zu benennen. Am Ende landeten Thomas Luther, Vitaly Kunin und Artur Jussupow mit jeweils 6,5 Punkten auf den ersten drei Plätzen. Die Feinwertung sorgte dafür, dass Luther seine dritte Deutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Im Laufe des Turniers (Deutsche Einzelmeisterschaft im Schach 2006) schafften es Christian Köpke und Karl-Jasmin Muranyi, die Normen der Internationalen Meister zu erfüllen. Vitaly Kunin und Thomas Henrichs schafften dagegen den Sprung zur Großmeisterschaft.
So gewann Luther den Titel
Es war ein starkes Teilnehmerfeld, das wenig überraschend zu einem engen Ergebnis führte. Luther setzte sich in der 1. Runde gegen Ralf Schöne durch und auch Jussupow gelang ein Sieg gegen Andreas Reuß. Kunin musste sich dagegen vorerst mit einem Remis gegen Jens Reipsch zufriedengeben, konnte aber anschließend die beiden Duelle gegen Michael Becker und Artur Jussupow gewinnen. Letzterer spielte Remis gegen Jakob Meister und verlor gegen Vitaly Kunin. Für Luther gab es dagegen in den Runden 2 und 3 Unentschieden gegen Thomas Henrichs und Thies Heinemann.
Zum Ende hin gab es noch ein Remis für Luther gegen Michael Prusikin, ehe er gegen Alexander Graf einen Sieg holen konnte. Kunin bekam es in Runde 8 mit Jan Gustafsson zu tun, den er innerhalb von 58 Zügen besiegen konnte. Der Sieg gegen Thomas Henrichs war gut, allerdings stand bereits fest, dass er aufgrund der Feinwertung nicht mehr Meister werden konnte. Artur Jussupow bekam es in der letzten Runde mit Leonid Kritz zu tun, der bis dahin das Feld angeführt hat. Jussupow gelang ein Schwarzsieg, womit das Endergebnis des dritten Platzes feststand.
Dritte Meisterschaft für Thomas Luther
Der Erfolg war die bereits dritte Deutsche Meisterschaft für Thomas Luther. Der 1969 in Erfurt geborene Spieler konnte bereits in der DDR mehrere Erfolge verbuchen und gewann dort drei Jugendmeisterschaften. 1988 wurde er zum Internationalen Meister und sicherte sich 1989 die Vize-Meisterschaft der DDR. 1993 gewann Luther erstmals in Bad Wildbad die gesamtdeutsche Meisterschaft und konnte 2002 den Erfolg in Saarbrücken wiederholen. Jetzt also ist es in Osterburg bereits sein dritter Titel. Aufgrund seiner Dysmelie wurde ihm bereits als Kind von einigen Verantwortlichen gesagt, dass er keine große Perspektive im Sport hat. Allerdings hat sich diese Prognose schnell als falsch herausgestellt.
Fazit über die Deutsche Einzelmeisterschaft im Schach 2006
In Osterburg in Sachsen-Anhalt fand jetzt die Deutsche Schacheinzelmeisterschaft 2006 statt. Am Ende konnte Thomas Luther die Konkurrenz hinter sich lassen, wenn er dafür auch die Feinwertung benötigte. 6,5 Punkte gab es auch für Vitaly Kunin und Artur Jussupow, die Platz 2 und 3 belegten. Für den Erfurter Großmeister war es bereits die dritte Deutsche Meisterschaft, die er gewinnen konnte. Gerade zum Ende hin wurde es noch einmal richtig spannend, zumal das Teilnehmerfeld so nah beieinanderlag. Osterburg hat sich als optimaler Austragungsort erwiesen. Im letzen Jahr gastierte die DEM in Altenkirchen, im nächsten Jahr wird die Meisterschaft dagegen in Bad Königshofen, Bayern, ausgetragen.