28 Years Later: The Bone Temple
Endzeitfilme reagieren auf gesellschaftliche Spannungen oft direkter als jedes andere Genre. „28 Years Later: The Bone Temple“ setzt diesen Impuls in einer von Gewalt, Machtverschiebung und Kontrollverlust geprägten Welt von „28 Years Later“ fort. Das Werk steht am Übergang zwischen Trilogie und Einzelwerk, zwischen Fortsetzung und Neuansatz. Visuell und thematisch knüpft der Film an das an, was seinen Vorgängern internationale Beachtung verschaffte – und setzt neue Kontraste.
- Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
- Ralph Fiennes, Jack O'Connell, Alfie Williams (Schauspieler)
- Nia DaCosta(Regisseur) - Alex Garland(Autor) - Danny Boyle(Produzent)
- Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 18 Jahren
Ein Jugendlicher wird gezwungen, sich einem brutalen System zu unterwerfen. Eine charismatische Anführerfigur nutzt religiöse Bilder, um Kontrolle auszuüben. Ein ehemaliger Wissenschaftler erkennt in einem ungewöhnlichen Wesen Anzeichen von Bewusstsein. Einzelne Figuren beginnen, die ihnen zugeschriebenen Rollen abzulegen und suchen nach Auswegen. Während alte Allianzen zerbrechen, entstehen neue. Kann inmitten einer entmenschlichten Ordnung noch so etwas wie Vertrauen entstehen?
Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte
Der Endzeit-Horror-Thriller „28 Years Later: The Bone Temple“ erschien 2026 unter der Regie von Nia DaCosta. Das Drehbuch stammt von Alex Garland, der auch gemeinsam mit Danny Boyle, Andrew Macdonald, Peter Rice und Bernard Bellew als Produzent beteiligt war. Die Filmmusik komponierte Hildur Guðnadóttir, während Sean Bobbitt für die Kamera verantwortlich zeichnete und Jake Roberts den Schnitt übernahm. In den Hauptrollen spielen Alfie Williams als Spike, Ralph Fiennes als Dr. Ian Kelson und Jack O’Connell als Sir Jimmy Crystal. Weitere Rollen übernehmen Emma Laird (Jimmima), Erin Kellyman (Jimmy Ink), Chi Lewis-Parry (Samson) und Cillian Murphy als Jim.
Gedreht wurde der Film nach Abschluss von „28 Years Later: The Bone Temple“ in den Grafschaften County Durham und Northumberland sowie im Ennerdale-Tal. Der Film bildet den Mittelteil einer neuen Trilogie und hat eine Laufzeit von 109 Minuten bei einer Altersfreigabe ab 18 Jahren. Das gemeinsame Budget für beide Teile lag bei etwa 75 Millionen US-Dollar. An den Kinokassen blieb der Film hinter den Erwartungen zurück und spielte weltweit rund 31 Millionen US-Dollar ein. Ein dritter Teil, der sich stärker auf Jims Figur konzentriert, wurde im Dezember 2025 offiziell bestätigt.
Zusammenfassung & Story vom Film „28 Years Later: The Bone Temple“
Kurz nach seiner Rettung durch die Fingers-Gang zwingt Sir Jimmy Crystal den Jugendlichen Spike zu einem brutalen Duell mit Jimmy Shite. Nur der Sieger überlebt. Spike geht aus dem Kampf hervor und erhält, wie alle Mitglieder, den Namen „Jimmy“. Innerhalb der Gruppe trifft er auf Figuren wie Jimmy Ink, der Mitgefühl zeigt, und Jimmima, die gnadenlos handelt. Währenddessen lebt Dr. Ian Kelson im Bone Temple, einem Mahnmal aus Knochen. Dort beobachtet er den Alpha Samson, der unter dem Einfluss eines Beruhigungsmittels menschlichere Züge zeigt. Kelson erkennt darin ein mögliches Anzeichen für Heilung.
Als die Fingers eine abgelegene Farm überfallen, geraten mehrere Überlebende in ihre Gewalt. Die schwangere Cathy entkommt, doch die anderen werden gefoltert. Spike beginnt, die Gewalt infrage zu stellen. Tom, ein Gefangener, soll sich im Kampf gegen Jimmima beweisen. Cathy greift überraschend ein, tötet Jimmima und setzt den Hof in Brand. In der Flucht hilft sie Tom, der dabei stirbt. Sir Jimmy schickt Spike los, Cathy zurückzubringen. Stattdessen bittet Spike sie, ihn mitzunehmen. Cathy täuscht Zustimmung vor und entkommt, nachdem sie Spike außer Gefecht setzt.
Rache und Offenbarung
Sir Jimmy wird zunehmend unberechenbar, während die Gruppe an Zusammenhalt verliert. Ink glaubt, Kelson sei Satan, und führt die Gruppe zum Bone Temple. Dort zwingt Sir Jimmy Kelson, Satan zu verkörpern, um seine Macht zu sichern. In einer grotesken Inszenierung inszeniert Kelson eine Halluzination mithilfe von Musik und Drogen. Spike erkennt ihn wieder. Kelson versucht, Sir Jimmy zu entlarven und die Gruppe zu retten. Doch dieser ersticht ihn. Spike rächt sich und tötet Sir Jimmy, während Ink die übrigen Fingers ausschaltet. Ink gibt ihren wahren Namen preis: Kelli.
Samson erscheint am Tempel und verabschiedet sich von Kelson, den er offenbar versteht. Anschließend trägt er Kelsons Leichnam fort, während Sir Jimmy sterbend am Kreuz hängt. Spike und Kelli verlassen das Lager. Kurz darauf fliehen sie vor einer Gruppe Infizierter. Unbemerkt werden sie von Jim und dessen Tochter Sam beobachtet. Diese erkennen die Situation und greifen ein, um Hilfe zu leisten. Der Kreis schließt sich, als Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen und sich neue Allianzen formen.
Kritiken und Fazit zum Film „28 Years Later: The Bone Temple“
„28 Years Later: The Bone Temple“ findet einen kompromisslosen Ton zwischen Wahnsinn und Struktur. Nia DaCosta inszeniert die Endzeit als Mischung aus albtraumhafter Anarchie und stiller Hoffnung. Der Film folgt einer eigenen Logik, die sich visuell in kalten, starren Tableaus und abrupten Perspektivwechseln spiegelt. Kameramann Sean Bobbitt wählt ungewöhnlich lange Einstellungen, um Kontrollverlust spürbar zu machen. Die Musik von Hildur Guðnadóttir setzt genau dort ein, wo Bilder allein nicht mehr reichen – nie überpräsent, immer mit Sinn für Raum und Wirkung. Im Zusammenspiel entsteht eine Atmosphäre, die dauerhaft unter Spannung steht.
Ralph Fiennes überzeugt als Dr. Kelson mit kontrollierter Körperlichkeit, sein Spiel changiert zwischen Abgeklärtheit und Zerbrechlichkeit. Besonders eine Szene bleibt haften: der künstlich inszenierte „Satan“ – Auftritt im Bone Temple, in dem Pyrotechnik, Körper und Wahnsinn kollidieren. Der Moment wirkt grotesk, aber genau darin liegt die Stärke des Film – er provoziert durch Kontrast. Alfie Williams gelingt ein zurückhaltendes Spiel, das sich erst in der Nähe des Finales wirklich öffnet. Trotz mancher Längen im Mittelteil bleibt „28 Years Later: The Bone Temple“ ein wuchtiger Beitrag zum Genre. Wer extreme Visionen mit Haltung schätzt, findet hier ein eigenwilliges, forderndes Werk.