Cyberangriff auf Warhorse Studios: Was bedeutet der Hack für Kingdom Come und eure Daten?
Gaming & Spiele Expertin bei Stadtgame
Warhorse Studios hat am 27. Oktober einen Cyberangriff bestätigt. Dabei verschafften sich Unbekannte Zugriff auf Systeme und Daten des Prager Entwicklers hinter Kingdom Come: Deliverance. Für euch stellen sich jetzt zwei Fragen. Sind Spielerdaten betroffen, und verschiebt sich das nächste Kingdom Come? Offizielle Antworten gibt es darauf noch nicht, wohl aber erste Anhaltspunkte.
Wir haben die Stellungnahmen des Studios, Berichte internationaler Fachmedien und die kursierenden Insider-Gerüchte ausgewertet. Dabei trennen wir klar zwischen bestätigten Fakten und unbestätigten Behauptungen. Am Ende ordnen wir ein, was der Angriff für verschiedene Spielertypen bedeutet.
Was Warhorse zum Cyberangriff bestätigt hat
Die erste Mitteilung erschien am Dienstag, dem 27. Oktober, auf der Website und in den sozialen Kanälen des Studios. Darin bestätigt Warhorse unbefugten Zugriff auf Unternehmenssysteme und auf Unternehmensdaten. Das Studio arbeitet nach eigenen Angaben mit IT-Sicherheitsexperten und den zuständigen Behörden zusammen. CEO Martin Frývaldský nannte den Vorfall laut GamesRadar ernst, für das Studio und für alle Betroffenen.
Wenige Tage später folgte ein zweites Update. Demnach beeinträchtigte der Angriff den Zugang zu einigen internen Systemen und Diensten. Ob persönliche Informationen betroffen sind, prüft Warhorse noch. Direkt Betroffene will das Studio laut Twisted Voxel benachrichtigen, sobald die Fakten feststehen. Interviews und weitere Kommentare gibt Warhorse während der Untersuchung nicht.
Warhorse Cyberangriff: Was bestätigt ist und was nicht
Vieles rund um den Angriff ist noch unklar. Laut Bitdefender hat Warhorse weder die Angreifer noch den Einfallsweggenannt. Auch ob Ransomware im Spiel war, ist offiziell offen. Die Übersicht zeigt den aktuellen Stand.
| Punkt | Status | Quelle |
| Unbefugter Zugriff auf Systeme und Daten | Bestätigt | Warhorse, 27. Oktober |
| Interne Systeme und Dienste beeinträchtigt | Bestätigt | Zweites Warhorse-Update |
| Betroffenheit persönlicher Daten | Wird geprüft | Zweites Warhorse-Update |
| Angreifer und Methode | Nicht bekannt | Keine Angaben des Studios |
| Ransomware und Entwicklungsstopp | Gerücht | Nutzer auf ResetEra und Reddit |
| Verschiebung des nächsten Kingdom Come | Gerücht | Reddit-Insider bertik11 |
💡 Hinweis: Verlässliche Updates kommen nur über die offiziellen Kanäle von Warhorse
Ransomware und Entwicklungsstopp: Was hinter den Gerüchten steckt
Inoffiziell klingt die Lage ernster als in den Stellungnahmen. Ein ResetEra-Nutzer berief sich laut TheGamer auf eine Person aus dem Studio. Demnach habe Ransomware sämtliche Systeme getroffen und die Entwicklung praktisch gestoppt. Der Reddit-Nutzer bertik11 sprach von einer äußerst ernsten Lage. Mitarbeiter könnten nicht arbeiten, weil alle Rechner vorsorglich vom Netz genommen worden seien.
Ransomware ist Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und meist nur gegen Lösegeld wieder freigibt. Warhorse hat diese Angriffsart bislang nicht bestätigt. Eine Lösegeldforderung ist offiziell ebenfalls nicht bekannt. Inzwischen meldet bertik11 laut Twisted Voxel sogar Entwarnung. Seine Quelle erwarte, dass das Studio relativ bald zum Normalbetrieb zurückkehrt, womöglich schon binnen einer Woche.
Kingdom Come Spin-off und Herr der Ringe: Droht eine Verschiebung?
Warhorse arbeitet derzeit an zwei großen Projekten. Dazu zählen ein neues Kingdom Come und ein Open-World-Rollenspiel im Herr-der-Ringe-Universum. Entsprechend viel steht auf dem Spiel, denn Kingdom Come: Deliverance 2 hat sich laut XboxAchievements über sechs Millionen Mal verkauft. Für den nächsten Teil nennt Embracer offiziell das Geschäftsjahr von April 2027 bis März 2028. Kommunikationschef Tobias Stolz-Zwilling ergänzte laut VGTimes, das gelte nur, wenn alles glattlaufe.
Das Gerücht um einen früheren Termin stammt erneut von bertik11. Im Oktober behauptete der Nutzer, ein Spin-off befinde sich bereits im Test und erscheine womöglich im ersten Halbjahr 2027. Als Arbeitstitel nannte er Kingdom Come: Salvation. Nach dem Angriff ruderte er laut Game Rant zurück. Nun rechnet seine Quelle mit einer Enthüllung im Sommer 2027 auf einer großen europäischen Messe und einem Release danach.
Für die offizielle Planung ändert das wenig. Ein Termin in der zweiten Jahreshälfte 2027 läge weiterhin im Fenster, das Embracer genannt hat. Zum Herr-der-Ringe-Spiel gibt es keine neuen Angaben, auch nicht zu möglichen Folgen des Angriffs. Eine Verschiebung ist damit weder bestätigt noch ausgeschlossen.
Sind eure Daten als Kingdom-Come-Spieler betroffen?
Eine klare Antwort gibt es noch nicht. Warhorse spricht in seinen Mitteilungen von Unternehmenssystemen und Unternehmensdaten. Spieler-, Kunden- oder Zahlungsdaten erwähnt das Studio laut Shattered nicht. Ob sich das im Laufe der Untersuchung ändert, bleibt abzuwarten.
Wer Kingdom Come: Deliverance 2 über Steam, den PlayStation Store oder den Microsoft Store gekauft hat, hat seine Zahlungsdaten beim jeweiligen Plattformbetreiber hinterlegt. Ein praktisches Risiko geht nach solchen Vorfällen eher von Trittbrettfahrern aus. Bitdefender rät, angebliche geleakte Spielversionen und unaufgeforderte Nachrichten zur Kontosicherheit mit Misstrauen zu behandeln. Klickt also keine Links in Mails, die sich auf Warhorse oder den Angriff beziehen.
Was der Angriff für euch bedeutet nach Spielertyp
Wie stark euch der Vorfall betrifft, hängt davon ab, worauf ihr wartet. Die Übersicht ordnet die wichtigsten Gruppen ein.
| Spielertyp | Empfehlung | Grund |
| Spieler von Kingdom Come: Deliverance 2 | Normal weiterspielen, wachsam bleiben | Keine bestätigten Hinweise auf betroffene Spielerdaten |
| Fans des nächsten Kingdom Come | Geduld einplanen | Offizielles Fenster bis März 2028, Gerüchte deuten auf späteren Termin |
| Herr-der-Ringe-Fans | Abwarten | Keine neuen Angaben zum Projekt |
| Personen mit direktem Kontakt zu Warhorse | Auf Nachricht des Studios achten | Direkt Betroffene werden benachrichtigt |
| Alle | Keine angeblichen Leaks herunterladen | Solche Dateien können selbst Schadsoftware enthalten |
💡 Tipp: Mails mit Bezug zum Angriff nie über enthaltene Links prüfen
Fazit
Der Cyberangriff auf Warhorse Studios ist bestätigt und laut CEO ernst, doch Umfang und Täter bleiben offen. Hinweise auf betroffene Spielerdaten gibt es bislang nicht, die Prüfung läuft aber noch. Berichte über Ransomware und einen Entwicklungsstopp stammen ausschließlich aus inoffiziellen Quellen. Wer auf das nächste Kingdom Come wartet, sollte Gerüchten zufolge eher mit der zweiten Jahreshälfte 2027 rechnen, was im offiziellen Zeitfenster bliebe. Bis dahin ladet ihr am besten keine angeblichen Leaks und ignoriert verdächtige Mails.