Modern Warfare 4 nach dem ersten Wochenende: Kaufen oder lieber warten?
Gaming & Spiele Expertin bei Stadtgame
Modern Warfare 4 ist seit dem 23. Oktober für PS5, Xbox Series X|S, PC und Switch 2 erhältlich. Wer vorbestellt hatte, spielte über den Early Access die Kampagne schon seit dem 16. Oktober und DMZ seit dem 20. Oktober. Deshalb liegen nach dem ersten Wochenende Tests, Patchnotes und Messungen vor. Die Kernfrage lautet nun, ob sich der Vollpreis lohnt, und die Antwort hängt stark vom Spielertyp ab.
Wir haben Tests, Patchnotes und Performance-Messungen der vergangenen Tage ausgewertet, ohne eine weitere Punktwertung hinzuzufügen. Das Ergebnis ist eine Kaufentscheidung nach Spielertyp.
Modern Warfare 4 Test und Wertungen nach dem Launch
Die Kritiken fallen deutlich besser aus als bei den Vorgängern. Auf Metacritic liegt Modern Warfare 4 bei rund 86 Punkten, während der Wert auf dem PC zum Launch bei 84 lag. Laut PlayStation LifeStyle ist das die höchste Wertung für ein Call of Duty seit Modern Warfare 3 von 2011. Black Ops 7 kam nur auf 65 Punkte, Modern Warfare III von 2023 auf 56.
PC Games vergibt 8,5 von 10 Punkten und lobt Kampagne, Multiplayer und DMZ. Der Guardian beschreibt die Kampagne als kurz, aber feingeschliffen. Kritik gibt es vor allem an Matchmaking und einer sicheren Formel, denn der Multiplayer wirke eher verfeinert als neu erfunden.
MW4 DMZ nach den ersten Patches
DMZ verlässt in Modern Warfare 4 die Beta und erzählt die Geschichte der Kampagne weiter. Der Modus kam bei Testern gut an. Laut GamesRadar bekam er schon in den ersten Tagen eine Änderung, mit der Spieler gegnerische UAV-Türme zurückerobern können.
Eine zweite Änderung sorgte für Ärger. Seit dem kleinen Update dürfen Vierergruppen in Free-for-All-Partien einsteigen, was viele Spieler als Vorteil für Squads kritisieren. Außerdem beklagen Spieler verlorenen Fortschritt und teure Wiederbelebungen. Den Wunsch nach einem PvE-Modus hat Infinity Ward vorerst nicht erfüllt. Eine kurz aufgetauchte PvE-Playlist war laut Studio nur für Entwickler gedacht.
Die Launch-Patchnotes bringen Stabilitätsfixes und DMZ-Korrekturen. Bekannt bleibt, dass sich KI-Fahrzeuge in DMZ teils ohne Fahrer bewegen oder feststecken. Infinity Ward prüft Waffenanpassungen für die kommende Woche.
MW4 Performance und Anforderungen auf dem PC
Die Mindestanforderungen beginnen bei einer GTX 970 oder GTX 1060 mit 8 GB Arbeitsspeicher. Empfohlen sind eine RTX 3060 Ti, RX 6600 XT oder Arc B580 mit 16 GB RAM. Das Spiel belegt 115 GB auf einer SSD.
Vor dem Kauf solltet ihr zusätzlich prüfen, ob TPM 2.0 und Secure Boot aktiv sind, denn sonst bleiben laut Activision alle Online-Modi gesperrt. Steam erstattet Käufe in der Regel binnen 14 Tagen bei weniger als zwei Stunden Spielzeit.
PC Gamer hat die empfohlene RTX 3060 Ti bei 1440p getestet, mit einem Ryzen 7 7800X3D und 32 GB RAM. Im Balanced-Preset ohne Upscaling kommt die Karte auf durchschnittlich 64 Bilder pro Sekunde, während die 1-Prozent-Lows bei 56 liegen. Mit DLSS auf Qualität steigt der Wert in Richtung 100 Bilder.
| Preset | Durchschnitt (fps) | 1-Prozent-Low (fps) |
|---|---|---|
| Minimum | 70 | 59 |
| Balanced | 64 | 56 |
| Ultra | 48 | 43 |
| Extreme | 43 | 36 |
| 💡 Hinweis | RTX 3060 Ti, 1440p nativ, ohne Upscaling |
Beim Thema Shader-Stutter hilft Microsofts Advanced Shader Delivery. Das Spiel lädt vorkompilierte Shader mit dem Download, sodass der erste Start laut Microsoft nur wenige Sekunden statt mehrerer Minuten dauert. Dafür braucht ihr Windows 11 ab Version 24H2 und aktuelle Grafiktreiber, außerdem die Xbox-App vor dem Download, auch bei Steam-Käufen.
Call of Duty: MW4 auf der Switch 2 und Preise im Vergleich
Auf der Switch 2 läuft die Kampagne laut Nintendo Life mit 30 Bildern pro Sekunde und fühlt sich dabei flüssig an. Der Multiplayer zielt in den meisten Modi auf 60, DMZ im Dock auf 40 und im Handheld-Modus auf 30. Texturen und Detailtiefe fallen schwächer aus als auf PS5, Xbox und PC. Digitec nennt die Fassung knapp, denn im Handheld-Modus schwankt die Bildrate stark. Den Multiplayer empfiehlt der Test dort nicht, während Nintendo Life den Handheld-Modus für gut spielbar hält. Activision hat am 24. Oktober bereits einen ersten Patch gegen Abstürze und Bugs veröffentlicht.
Beim Preis gibt es einen Unterschied. Im PS Store und im Microsoft Store kostet die Standard Edition 79,99 Euro, auf Steam derzeit 69,99 Euro. Die Vault Edition kostet 109,99 Euro auf Konsolen und 99,99 Euro auf Steam. PC-Käufer sparen also 10 Euro.
Ein Abo hilft nicht weiter. Laut Activision kommt Modern Warfare 4 erst Holiday 2027 in den Game Pass. Abonnenten behalten Black Ops 7, Black Ops 6 und Modern Warfare III. Warten auf den Game Pass dauert ein Jahr.
Kaufen oder warten nach Spielertyp
Unsere Einschätzung fällt je nach Spielstil unterschiedlich aus. Entscheidend ist, wofür ihr Modern Warfare 4 kauft.
| Spielertyp | Empfehlung | Grund |
|---|---|---|
| Kampagnen-Fans | Jetzt kaufen | Starke Kritiken, kaum Abhängigkeit vom Online-Balancing |
| DMZ- und Multiplayer-Spieler | Ein bis zwei Wochen warten | Waffenanpassungen geprüft, DMZ-Fehler bekannt |
| PC-Spieler | Erst Voraussetzungen prüfen | TPM 2.0, Secure Boot und 115 GB SSD nötig |
| Switch-2-Spieler | Auf Patches warten | Kampagne mit 30 fps, Handheld-Multiplayer mit schwankender Bildrate |
| Game-Pass-Abonnenten | Nur bei Geduld warten | Game Pass erst Holiday 2027 |
| 💡 Tipp | Steam ist in Deutschland 10 Euro günstiger |
Fazit
Nach dem ersten Wochenende spricht vieles dafür, Modern Warfare 4 nicht zu verpassen, denn die Wertungen sind die besten seit 2011 und die Kampagne überzeugt auch ohne Patches. Wer vor allem DMZ und Multiplayer spielen will, kann ein bis zwei Wochen abwarten, bis geprüfte Balance-Anpassungen und Fehlerbehebungen da sind. Warten auf Rabatt oder Game Pass lohnt kaum, weil der Game Pass erst Holiday 2027 folgt und uns keine offizielle Rabattaktion bekannt ist. PC-Spieler prüfen vorab TPM 2.0, Secure Boot und die SSD, Switch-2-Spieler achten auf die schwankende Bildrate im Handheld-Modus.