Zelda Ocarina of Time Remake: Lohnt sich der Kauf für Veteranen und Neulinge?
Gaming & Spiele Expertin bei Stadtgame
Das Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time ist seit dem 5. November exklusiv für die Switch 2 erhältlich und mit 96 Punkten auf Metacritic das bestbewertete Spiel des Jahres. Die Frage ist, ob sich der Kauf für ein 28 Jahre altes Abenteuer lohnt, wenn ihr das Original kennt oder nie gespielt habt.
Wir ordnen Wertungen, Änderungen, Schwächen und Preis ein und sagen, für wen sich die Neuauflage lohnt. Die Antwort hängt davon ab, ob ihr das Original kennt.
Was Tests und Wertungen über das Remake sagen
Metacritic führt das Spiel mit 96 Punkten an der Spitze der besten Titel des Jahres und unter den 30 besten Spielen aller Zeiten. Es ist zugleich das bestbewertete Switch-2-Spiel der Plattform, knapp vor Tears of the Kingdom und Hades II mit je 95 Punkten. OpenCritic liegt je nach Zeitpunkt zwischen 95 und 97. Das Original bleibt mit 99 Punkten unerreicht.
VGC, GamesRadar, Destructoid und TheGamer vergeben die Höchstwertung. IGN, GameSpot und Nintendo Life kommen auf je 9 von 10 Punkten, GamePro auf 92 von 100 und Famitsu auf 37 von 40. GamePro lobt vor allem Grafik, Soundtrack und Komfortverbesserungen. Selbst die niedrigeren Wertungen sind sehr gut.
Was sich gegenüber dem N64 Original ändert
Grafik und Sound wurden komplett neu aufgebaut. Hyrule und seine Dungeons wirken deutlich detaillierter. Die bekannten Melodien erklingen in orchestralen Arrangements, und wichtige Zwischensequenzen sind vertont. Das Spiel läuft mit 60 Bildern pro Sekunde, während das N64-Original auf 20 kam. Link selbst bleibt stumm.
Die Steuerung wurde modernisiert. Die Kamera lässt sich frei bewegen, Link springt auf Knopfdruck und Gegenstände wechselt ihr per Schnellauswahl. Wichtige Items wie die Okarina oder die Eisenstiefel liegen auf dem Steuerkreuz, was besonders im Wasser-Tempel hilft. Das Zielsystem bleibt vertraut, doch Treffer wirken durch rote Blitze und kräftige Soundeffekte deutlich wuchtiger. In Hyrule-Stadt fehlen vorgerenderte Hintergründe, sodass ihr den Markt frei erkunden könnt.
Dazu kommen kleine Verbesserungen. Okarina-Melodien spielt ihr per Knopfdruck oder summt sie ins Mikrofon der Switch 2. Nach dem Laden startet ihr dort, wo ihr gespeichert habt, und nicht mehr im Haus oder im Zeitentempel.
Auch Neulingen hilft die Neuauflage. Navi unterbricht laut Nintendo Life deutlich seltener, und die Funktion Threads of Time dokumentiert euren Fortschritt für den Wiedereinstieg. In der Hall of Fallen Foes könnt ihr besiegte Bosse erneut bekämpfen.
Laut PC Games gibt es im Tränkeladen von Hyrule-Stadt eine zusätzliche Flasche. Außerdem reichen für die Flasche beim Irrlichtsammler fünf Geister statt zehn. Geschichte und Dungeons bleiben eng am Original. Ein Open-World-Spiel im heutigen Sinn ist Ocarina of Time nicht.
Wo die Neuauflage Schwächen zeigt
Nintendo Life nennt das Spiel sehr sicher, was zu einer Branche passt, in der Remakes als sichere Investition gelten. Veteranen finden kaum Herausforderung, denn ein Master-Quest-Modus fehlt. Der Tester starb im ganzen Spiel nur einmal, und eine ausgeblendete Anzeige erhöht den Schwierigkeitsgrad nur leicht. Nintendo Life hofft, dass der Modus per Update nachkommt.
Der 60-fps-Kompromiss hat seinen Preis. Entfernte Berge und Bäume wirken laut Nintendo Life zu glatt und flimmern leicht, besonders im Handheld-Betrieb, wo zudem die Auflösung sinkt. GamePro kritisiert die fehlende Kantenglättung. Golem stört sich außerdem an den teils glänzenden Gesichtern der Figuren. Die Bildrate bleibt dennoch stabil.
Auch beim Speichern gibt es eine Einschränkung. Pro Nutzerprofil steht nur ein manueller Speicherplatz bereit, ergänzt durch mehrere automatische Sicherungen. Für einen zweiten Durchlauf braucht ihr ein neues Profil.
Preis, Switch 2 und Version im Überblick
Das Spiel kostet digital 59,99 Euro. Das deckt sich mit dem Preis, der schon im September durch einen Leak im australischen eShop bekannt wurde. Die physische Fassung steht bei Amazon mit 64,99 Euro statt 69,99 Euro Listenpreis. Sie enthält laut GameStar das komplette Spiel auf einer Modulkarte. Der Download der digitalen Version ist 27 GB groß.
Zum Spielen braucht ihr eine Switch 2, denn die Neuauflage erscheint nur dort. Die Konsole kostet seit der Preiserhöhung vom 1. September 499,99 Euro. Laut GameStar war sie bei großen Händlern wie Amazon zuletzt zeitweise ausverkauft. MediaMarkt bot ein Bundle mit dem Spiel an.
Für wen sich der Kauf lohnt
Unsere Einschätzung fällt je nach Vorerfahrung unterschiedlich aus. Entscheidend ist, wie gut ihr das Spiel kennt.
| Spielertyp | Empfehlung | Grund |
| Neulinge ohne Original | Kaufen | Moderne Steuerung, Vertonung, Spitzenwertungen |
| Veteranen von N64 und 3DS | Mit Erwartungen kaufen | Kaum Herausforderung, kein Master Quest |
| Handheld-Spieler | Kaufen mit Abstrichen | Weichere Auflösung, leichtes Flimmern |
| Mehrere Spieler an einer Konsole | Eigene Profile anlegen | Ein manueller Speicherplatz pro Profil |
| Ohne Switch 2 | Nicht möglich | Nur für Switch 2 erhältlich |
| 💡 Tipp | Digital 59,99 Euro, als Modul bei Amazon 64,99 Euro |
Fazit
Das Ocarina-of-Time-Remake ist ein Klassiker im modernen Gewand und die beste Art, das Original zu spielen. Wer das Abenteuer nie erlebt hat, bekommt mit freier Kamera, Sprungtaste, Vertonung und 60 Bildern pro Sekunde einen sehr leichten Einstieg. Veteranen sollten mit Nostalgie statt Anspruch rechnen, weil Master Quest fehlt und nur ein manueller Speicherplatz zur Verfügung steht. Im Handheld-Betrieb müsst ihr mit einem etwas weicheren Bild leben. Wer eine Switch 2 besitzt, macht mit der digitalen Version für 59,99 Euro wenig falsch, alle anderen müssen zuerst die Konsole besorgen.