Huschenbeth gewinnt Deutsche Schacheinzelmeisterschaft in Bad Liebenzell

Schachfreunde richteten in den letzten Tagen ihren Blick nach Bad Liebenzell. Dort fand innerhalb einer Woche die Deutsche Einzelmeisterschaft im Schach 2010 statt. Es war die 81. Ausgabe, allerdings das 100-jährige Jubiläum für den Badischen Schachverband. Gespielt wurde im Kurhaus, was natürlich eine schöne und passende Kulisse bot. Über neun Runden wurde im Schweizer System gespielt.

Huschenbeth gewinnt Deutsche Schacheinzelmeisterschaft in Bad Liebenzell

Mit dabei waren unter anderem Igor Khenkin, Leonid Milov, Michael Prusikin und Alexander Naumann. Sämtliche Partien wurden live übertragen, sodass Fans keine Angst zu haben brauchten, Züge und Ergebnisse dieser Meisterschaft zu verpassen. Klaus Bischoff war vor Ort, um das Geschehen zu kommentieren. Obwohl Khenkin stark in das Turnier startete, konnte schlussendlich Niclas Huschenbeth an ihm vorbeiziehen und wurde somit Deutscher Meister 2010. Den Rückblick auf das Turnier gibt es in diesem Artikel.

Die 81. Schacheinzelmeisterschaft in Bad Liebenzell

Zum ersten Mal ging es für die Deutsche Meisterschaft im Schach nach Bad Liebenzell. Die nördlich im Schwarzwald gelegene Bäder- und Kurstadt bot die ansprechende Kulisse, um dort den neuen Deutschen Schachmeister ausfindig zu machen. Passend dazu ging es in das Kurhaus. Abseits der Schachpartien hatten die Teilnehmer also genügend Zeit, um sich die Stadt anzusehen. Ausgerichtet wurde das Turnier vom Schachklub Neuhausen unter der Leitung von Norbert Bogner in Zusammenarbeit mit dem Badischen Schachverband. Letzterer feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen, weshalb die Ausrichtung der Meisterschaft natürlich ein besonderes Ereignis darstellt.

Anlässlich des Jubiläums fand eine Schachwoche statt. Dazu gab es verschiedene Rahmenturniere, an denen Amateure teilnehmen konnten. Als Topspieler waren die Großmeister Igor Khenkin, Michael Prusikin und Alexander Naumann sowie der Internationale Meister Leonid Milov mit dabei. Eigentlich wollte auch Ulf von Herman teilnehmen, doch er musste kurzfristig absagen. Für ihn rückte Hans-Elmar Schwing nach. Alle Partien wurden über schach.de live übertragen. Großmeister Klaus Bischoff kommentierte die Partien sowohl für die Zuschauer vor Ort als auch für das Live-Publikum im Internet. Zusätzlich gab es täglich die Rundenberichte, die auf der entsprechenden Turnierseite eingefügt wurden.

Huschenbeths Weg zur Meisterschaft

Bei 44 Teilnehmern gab es über 9 Runden insgesamt 198 Paarungen, um am Ende den neuen Deutschen Meister küren zu können. Das gelang Niclas Huschenbeth, wobei es zu Anfang noch nicht danach aussah. In der ersten Runde konnte Igor Khenkin gegen Herbert Bastian gewinnen und holte sich auch in den folgenden Runden die Siege. Huschenbeth startete mit einem Erfolg gegen Jens Koller in das Turnier. In den beiden nachfolgenden Runden gab es nur noch einen Punkt. Das Remis gab es gegen Alexander Naumann, einem erfahrenen Großmeister. Gegen Leonid Milov musste sich Huschenbeth dann sogar geschlagen geben.

Huschenbeths Weg zur Meisterschaft

Die Aufholjagd begann ab der 4. Runde. Fünf Siege und ein Remis sicherten Huschenbeth die Meisterschaft. Er setzte sich gegen Holger Namyslo, Andreas Heimann, Atila Gajo Figura, Sebastian Siebrecht und Falko Bindrich durch. In der letzten Runde konnte er sogar einen beeindruckenden Schwarzsieg holen. In Runde 7 kam es zum Aufeinandertreffen von Huschenbeth und Khenkin, die Partie endete mit einem Remis. Ein Unentschieden gab für Khenkin auch in der letzten Runde gegen David Baramidze. Am Ende wurden es 7,0 Punkte für Huschenbeth, 6,5 Punkte für Khenkin und 6,0 Punkte für Sebastian Bogner, der in der letzten Runde Leonid Milov besiegte.

Die Deutsche Meisterschaft im Schach

Schach hat eine lange Tradition und viele Vereine wurden im 19. Jahrhundert gegründet. 1977 fand die Gründung des Deutschen Schachbundes statt. Zuvor gab es aber auch schon anderweitige Kongresse, auf denen Meisterschaften im Westen, Norden oder auch für Mitteldeutschland ausgespielt wurden. Daher gilt ein Kongress von 1861 in Düsseldorf vom Westdeutschen Schachbund als ältestes Turnier dieser Art. Auch in den folgenden Jahren fanden dort die Meisterschaften statt, die Max Lange dreimal in Folge gewinnen konnte. Die Deutschen Meisterschaften des Deutschen Schachbundes wurden ab 1879 ausgetragen. Meister in diesem Jahr wurde Berthold Englisch. Das Turnier fand in Leipzig statt.

Die Deutsche Meisterschaft im Schach

Durch den Ersten Weltkrieg gab es eine Pause, erst ab 1920 ging es in Berlin weiter. Von 1933 bis 1943 wurden Turniere vom Großdeutschen Schachbund organisiert. Nach dem Krieg gab es die Trennung durch die Besatzungszonen, sodass erst wieder ab 1991 gesamtdeutsche Meisterschaften durchgeführt wurden. Die erste davon konnte Vlastimil Hort in Bad Neuenahr gewinnen. In den letzten Jahren seit der DEM 2005 gewannen Alexander Graf, Artur Jussupow, Thomas Luther, Arkadij Naiditsch, Daniel Fridman und Arik Braun die Titel. Im nächsten Jahr wird die 82. Deutsche Meisterschaft im Schach in Bonn stattfinden.

Fazit zur Schacheinzelmeisterschaft in Bad Liebenzell

Der Badische Schachverband feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen, was natürlich ein besonderer Grund zum Feiern ist. Anlässlich dieses Jubiläums fand nicht nur die 81. Deutsche Schacheinzelmeisterschaft in Bad Liebenzell statt, sondern es gab zusätzlich noch eine Schachwoche, bei der auch Amateure an Turnieren teilnehmen konnten. Die Meisterschaft war in diesem Jahr besonders spannend, da Favorit Igor Khenkin sehr stark startete, dann aber nachließ. Auf der anderen Seite konnte Niclas Huschenbeth ab der vierten Runde eine Aufholjagd sondergleichen starten und holte sich den Titel in der letzten Runde mit einem beeindruckenden Schwarzsieg. Es war für alle Teilnehmer ein schönes Turnier, was auch am Austragungsort Bad Liebenzell lag.

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