No Hard Feelings

Mit „No Hard Feelings“ wagt sich die US-Komödie an ein Szenario, das zwischen Provokation, Selbstironie und Milieustudie pendelt. Im Zentrum steht die Begegnung zweier Generationen – die eine festgefahren im Alltag, die andere unbedarft vor dem Aufbruch ins Leben. Der Film greift moderne Unsicherheiten auf, verpackt sie in schräge Situationen und verbindet Coming-of-Age mit der Suche nach Selbstbestimmung. Zwischen Konsumkritik und Beziehungskomik fragt „No Hard Feelings“ ganz beiläufig, was Erwachsenwerden heute eigentlich heißt.

No Hard Feelings
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • Jennifer Lawrence, Andrew Barth Feldman, Laura Benanti (Schauspieler)
  • Gene Stupnitsky(Regisseur) - Gene Stupnitsky(Autor) - Alex Saks(Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 12 Jahren

Maddie lebt in finanzieller Schieflage und sieht sich gezwungen, auf ein unmoralisches Angebot einzugehen. Percy, schüchtern und unerfahren, wird darin zur Bedingung. Aus einem Plan wird Verwirrung, aus Distanz wird Nähe, und aus einem Tauschgeschäft entwickelt sich ein kompliziertes Verhältnis. Beide lernen einander besser kennen, überschreiten Grenzen, ziehen sich zurück und finden neue Perspektiven. Was bleibt von einer Begegnung, wenn man sie loslassen muss?

Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

No Hard Feelings“ ist eine US-Komödie unter der Regie von Gene Stupnitsky. Für Musik zeichnen Mychael Danna und Jessica Rose Weiss verantwortlich, die Kamera führte Eigil Bryld. Der Schnitt stammt von Brent White. Das Drehbuch verfasste er gemeinsam mit John Phillips. Die Hauptrollen spielen Jennifer Lawrence als Maddie Barker und Andrew Barth Feldman als Percy Becker. Weitere Rollen übernehmen Matthew Broderick als Percys Vater Laird, Laura Benanti als Mutter Allison sowie Natalie Morales, Scott MacArthur und Ebon Moss-Bachrach. Produziert wurde der Film unter anderem von Jennifer Lawrence selbst. Der Film wurde von der FSK ab 12 Jahren freigegeben und hat eine Laufzeit von 114 Minuten.

Die Dreharbeiten starteten Ende September 2022 in Nassau County, New York. Gedreht wurde unter anderem in Hempstead, Point Lookout, Lawrence und Uniondale. Eine Szene entstand in der North Shore Animal League America in Port Washington. Die Produktion endete im November desselben Jahres. Der Film kam am 22. Juni 2023 in die deutschen Kinos. Bei den Golden Globes 2024 wurde Jennifer Lawrence als beste Hauptdarstellerin nominiert. Zudem erhielt der Film weitere Nominierungen bei den Critics’ Choice und den People’s Choice Awards. Das weltweite Einspielergebnis betrug rund 87,3 Millionen US-Dollar.

Zusammenfassung & Story vom Film „No Hard Feelings“

Maddie Barker lebt in Montauk, schlägt sich als Uber-Fahrerin und Barkeeperin durch und kämpft mit finanziellen Problemen. Ihr Auto wird gepfändet, die Grundsteuerlast droht sie zu überfordern. Um ihr Elternhaus zu retten, antwortet sie auf ein ungewöhnliches Inserat: Ein wohlhabendes Paar sucht eine Frau, die ihrem schüchternen Sohn Percy beim Erwachsenwerden hilft. Als Gegenleistung winkt ein Gebrauchtwagen. Maddie nimmt an, doch der erste Versuch endet im Chaos: Percy missversteht ihre Absichten, wehrt sich und setzt Pfefferspray ein.

Trotz des Fehlstarts treffen sich die beiden erneut. Bei einem nächtlichen Badeausflug geraten sie in eine absurde Situation: Betrunkene Jugendliche stehlen ihre Kleidung, Maddie greift ein, Percy flüchtet. Nach weiteren misslungenen Annäherungen entwickelt sich allmählich eine echte Verbindung. Beide öffnen sich, erzählen von familiären Belastungen und verpassten Chancen. Um ihre Jugend nachzuholen, veranstalten sie ein improvisiertes Abschlussball-Dinner, inklusive Klaviereinlage. Percy beginnt aufzublühen, entdeckt Selbstvertrauen und trifft eine Schulfreundin wieder, die ihn zu einer Uniparty einlädt.

Persönliche Entwicklungen

Während Percy dort neue Erfahrungen sammelt, erkennt Maddie ihre eigenen Grenzen. Als Percy ihr seine Liebe gesteht, zieht sie eine Grenze – zu seinem Schutz. Doch kurz darauf erfährt Percy von Maddies ursprünglichem Deal mit seinen Eltern. Gekränkt provoziert er einen Streit, zerstört das Auto, bricht die Beziehung ab. Maddie nutzt den beschädigten Wagen dennoch, verdient mit Gelegenheitsjobs genug Geld, um ihre Schulden zu begleichen. Ihre Freunde kündigen den Umzug nach Florida an und stellen ihr die entscheidende Frage: Will sie wirklich in Montauk bleiben?

Diese Frage löst einen Wandel aus. Maddie erkennt, dass sie festhält, ohne sich weiterzuentwickeln. Sie entschuldigt sich bei Percy, der zunächst abweisend reagiert. Doch ihre Entschlossenheit beeindruckt ihn. Eine letzte gemeinsame Aktion endet im Ozean – symbolisch wie wörtlich. Beide beschließen, Freunde zu bleiben. Maddie verkauft das Haus, adoptiert einen Hund und beginnt ein neues Kapitel in Kalifornien. Auf dem Weg bringt sie Percy nach Princeton, wo er ein neues Leben startet. Beide gehen ihre eigenen Wege – gestärkt durch das, was sie voneinander gelernt haben.

Kritiken und Fazit zum Film „No Hard Feelings“

No Hard Feelings“ wirkt zunächst wie eine klassische Sommerkomödie, doch Gene Stupnitsky setzt auf klare Inszenierung und ein präzises Timing, das oft näher an Drama als an Klamauk reicht. Die Kamera von Eigil Bryld bleibt nah an den Figuren, arbeitet mit natürlichem Licht und vermeidet künstliche Überhöhung. Besonders die Szene am Strand, in der Maddie nackt einer Gruppe Teenager hinterherjagt, verbindet körperlichen Humor mit einem Moment der Desillusion und zeigt, wie gut der Film zwischen Lachen und Fremdscham balanciert. Jennifer Lawrence steuert dabei souverän gegen jede Karikaturisierung.

Lawrence spielt Maddie mit rauer Wärme, während Andrew Barth Feldman die soziale Unsicherheit seines Charakters fein nuanciert greifbar macht. Gerade in leisen Momenten, etwa am Klavier während des improvisierten Abschlussballs, gelingen Regie und Musik subtile Kontraste zur vordergründigen Komik. Der Schnitt lässt Raum für Pausen und verschleppt nie das Tempo. Der Film verhandelt Themen wie emotionale Reife, Rollenbilder und ökonomischen Druck, ohne sich darin zu verlieren. Wer eine pointierte, gut gespielte Komödie sucht, die mehr meint als sie zeigt, wird hier fündig.

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