Phantom Blade Zero: Lohnt sich der Kauf, wenn euch Souls-likes zu schwer sind?

Klaudia Pfeiffer Gaming Expertin
Klaudia Pfeiffer
Gaming & Spiele Expertin bei Stadtgame

Phantom Blade Zero ist seit dem 29. Oktober für PS5 und PC erhältlich. Wer an Souls-likes bisher gescheitert ist, fragt sich zu Recht, ob das Actionspiel von S-Game ähnlich frustriert. Die Chancen stehen gut, denn das Spiel versteht sich ausdrücklich nicht als Souls-like. Den Einstieg erleichtern vier Schwierigkeitsgrade, die sich jederzeit wechseln lassen.

Wir haben Testberichte, Schwierigkeitsoptionen und Launch-Patches ausgewertet und sagen euch, für wen sich der Kauf lohnt. Eine eigene Wertung vergeben wir nicht, wohl aber eine Einschätzung nach Spielertyp.

Was Tests und Wertungen zu Phantom Blade Zero sagen

Die Kritiken fallen sehr gut aus. Auf Metacritic steht das Spiel bei 88 Punkten, OpenCritic liegt bei rund 90. IGN und Push Square vergeben 9 von 10 Punkten, GameSpot 8 von 10 und GamePro 90 von 100. Eurogamer ist mit 3 von 5 der Ausreißer und nennt Probleme bei Balance und Qualität.

Fast alle Tests loben Kampfsystem und Bosskämpfe, während sich die Kritik vor allem gegen die Geschichte richtet. IGN beschreibt sie als sehr sicher erzählt, GamesRadar als uneinheitlich. Als Souls-like sieht kaum ein Test das Spiel, GamePro spricht sogar von Action ohne Souls. Das Studio nennt seinen Stil selbst Kungfupunk, eine Mischung aus Wuxia-Ästhetik und industriellen Prothesen.

Die vier Schwierigkeitsgrade im Vergleich

Das Spiel bietet vier Modi. Wayfarer richtet sich an Story-Fans und Einsteiger. Pathbreaker ist die Standardeinstellung. Hellwalker setzt auf adaptive Gegner, und der vierte Modus namens 66 Days schaltet sich erst nach dem Durchspielen frei.

Die ersten drei Modi stehen von Beginn an zur Wahl und lassen sich jederzeit in den Einstellungen wechseln. Wer mit Hellwalker beginnt und scheitert, kann also ohne Neustart herunterschalten. Laut Push Square ist das Spiel auf keiner Stufe leicht. Wayfarer und Pathbreaker seien aber auch für weniger geübte Spieler schaffbar.

Modus Für wen Besonderheit
Wayfarer Einsteiger und Story-Fans Weniger aggressive Gegner, leichtere Stance-Breaks, mehr Executions
Pathbreaker Die meisten Spieler Standardeinstellung des Spiels
Hellwalker Action- und Souls-Veteranen Adaptive Gegner-KI, neue Boss-Fähigkeiten
66 Days Nach dem Durchspielen Hellwalker mit einem Limit von 66 Toden
💡 Hinweis Der Schwierigkeitsgrad lässt sich jederzeit in den Einstellungen ändern

Game8 nennt das Spiel wegen der vielen Zugänglichkeitsoptionen einen guten Einstieg für Neulinge im Genre. S-Game beschreibt Wayfarer als intuitiv und filmisch, damit sich jeder wie ein Kung-Fu-Meister fühlen kann.

Was das Kampfsystem anders macht als Souls-likes

Der wichtigste Unterschied betrifft die Ressourcen. Normale Angriffe verbrauchen keine Sha-Chi, die Ressource für Kombo-Verlängerungen und das Blocken. Ihr könnt also dauerhaft angreifen, ohne nach jedem Schlag Luft holen zu müssen. Das Blocken zehrt dagegen an Sha-Chi, bietet aber eine sichere Möglichkeit, Angriffsmuster zu beobachten.

Die Kämpfe sind farbcodiert. Blaue Angriffe lassen sich mit einem getimten Parry kontern, der Soul hinter den Gegner versetzt, während rote Angriffe ein Ausweichen verlangen. Präzision wird mit starken Konterangriffen belohnt.

Auch das Scheitern ist milder. Stirbt ihr in der zweiten Phase eines Bosses, startet ihr wie Eurogamer berichtet in dieser Phase und nicht am Anfang des Kampfes. Einer Testübersicht zufolge kostet der Tod zudem keine Strafe. Besiegte Gegner bleiben nach einer IGN-Vorschau tot, anders als bei Souls-Spielen, wo Rasten sie zurückbringt. Das nimmt dem Üben viel Frust.

Für wen sich der Kauf lohnt und für wen nicht

Wer Souls-likes mag, weil sie fordern, könnte unterfordert sein. Game8 hält die leichteren Stufen für Genre-Veteranen für zu zahm und bemängelt, dass das Spiel in der zweiten Hälfte zu leicht werde. Hellwalker ist die Antwort für Veteranen, denn dort passen sich Bosse nach Angaben von S-Game euren Taktiken an.

Auch Story-Fans sollten ihre Erwartungen dämpfen. Mehrere Tests nennen die Erzählung verwirrend, weil Rückblenden über mehrere Zeitlinien springen, und kritisieren unsichtbare Wände. Die Hauptgeschichte dauert Tests zufolge etwa 25 bis 30 Stunden.

Unsere Einschätzung hängt davon ab, wie ihr zu Herausforderungen steht. Die Übersicht ordnet die wichtigsten Spielertypen ein.

Spielertyp Empfehlung Grund
An Souls-likes gescheitert Kaufen, mit Wayfarer starten Normale Angriffe kosten keine Sha-Chi, Stufe jederzeit wechselbar
Genre-Veteranen Mit Hellwalker starten Leichtere Stufen gelten teils als zu zahm
Story-Fans Erwartungen dämpfen Mehrere Tests kritisieren die Erzählung
PC-Spieler mit Nvidia Patch laden, Treiber prüfen S-Game warnt vor Treiber 621.01
Xbox-Spieler Nicht möglich Nur PS5 und PC
💡 Tipp Steam ist 10 Euro günstiger als der PS Store

Preis, Technik und Plattformen vor dem Kauf

Auf Steam kostet die Standard Edition 59,99 Euro und die Digital Deluxe Edition 69,99 Euro. Im deutschen PlayStation Store sind es 69,99 und 79,99 Euro. Steam ist damit 10 Euro günstiger. Eine Xbox-Version ist nicht angekündigt. Physische PS5-Fassungen folgen erst 2027.

Der Download ist groß und belegt rund 145 GB am PC, auf der PS5 etwa 135 GB. Wer dafür den PS5-Speicher erweitern muss, braucht eine kompatible M.2-SSD.

Zum Start gibt es einen rund 5 GB großen Day-One-Patch, der Ray- und Path-Tracing verbessern und Fehler beheben soll. Nvidia-Nutzer sollten den Treiber beachten, denn S-Game rät vom Treiber 621.01 ab und empfiehlt 617.42.

Auf der PS5 läuft der Performance-Modus Digital Foundry zufolge im normalen Spiel stabil. Die PS5 Pro bringt ein schärferes Bild bei gleicher Bildrate, und Push Square meldet dort meist 60 Bilder pro Sekunde mit Einbrüchen in einzelnen Bosskämpfen. Wccftech erreichte am PC auf einer RTX 4080 in 4K mit DLSS Qualität rund 100 fps, während der Wert mit Raytracing in die hohen 50er und mit Path Tracing auf etwa 30 fiel. Diese Messungen stammen aus der Zeit vor dem Patch.

Fazit

Wenn euch Souls-likes bisher zu schwer waren, ist Phantom Blade Zero einen Versuch wert, denn die Tests loben ein Kampfsystem ohne Ausdauerzwang, Bosskämpfe mit Neustart in der letzten Phase und vier Schwierigkeitsgrade, die ihr jederzeit wechseln könnt. Mit Wayfarer oder Pathbreaker stehen die Chancen gut, auch wenn das Spiel wie Push Square betont auf keiner Stufe leicht ist. Erwartet keine meisterhafte Geschichte und prüft auf dem PC Patch und Treiber, bevor ihr über die Technik urteilt. Auf Steam spart ihr gegenüber dem PS Store 10 Euro, und eine Xbox-Version gibt es bislang nicht.

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