Die Vermessung der Welt

2005 erschien ein Roman von Daniel Kehlmann, über den Mathematiker Johann Carl Friedrich Gauß und den Naturforscher Alexander von Humboldt. Diese beiden Personen stehen im Mittelpunkt des Films „Die Vermessung der Welt„, denn zu ihren Lebzeiten waren sie anerkannte Wissenschaftler. Allerdings waren die beiden Personen sehr unterschiedlich, denn Humboldt reiste durch die Welt, wohingegen Gauß die Stadt Hannover kaum verlassen hat. Die beiden Wissenschaftler stießen im Jahre 1828 in Berlin aufeinander.

Die Vermessung der Welt
  • Florian David Fitz, Albrecht Schuch, Jérémy Kapone (Schauspieler)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Die Autobiografie wurde lebendig durch den deutsch-österreichischen 3-D-Spielfilm aus dem Jahre 2012. Im folgenden Jahr konnten drei Nominierungen und eine Auszeichnung für den Österreichischen Filmpreis erreicht werden.

Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Regisseur Detlev Buck, geboren 1962 in Bad Segeberg, ist ein deutscher Schauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. So lehnt er sein Drehbuch an den gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann an. Helfend zur Hand, bei dem Drehbuch, ging ihm Daniel Nocke.

Für die Produktion nutzt der Regisseur die Hilfe von Claus Boje und die Co-Produzenten Erich Lackner, Peter Wirthensohn und Thomas Pridnig. Kameramann Sławomir Idziak filmt die Szenen an den Drehorten, wie Görlitz und Hoppenrade, Österreich sowie Ecuador. Später schnitt Dirk Grau die einzelnen Szenen zu einem 119-minütigen Film, ab zwölf Jahren.

Am 25. Oktober 2012 kam „Die Vermessung der Welt“ in die deutschen Kinos. In den Hauptrollen sind Florian David Fitz als Carl Friedrich Gauß und Albrecht Schuch als Alexander von Humboldt zu sehen. Beide Darsteller sorgten dafür, dass die ARD den Film erstmalig am 5. Januar 2015 ausstrahlte. Weitere Besetzung: Jérémy Kapone, Vicky Krieps, Katharina Thalbach, Guntbert Warns, David Kross, Sunnyi Melles, Karl Markovics, Michael Maertens, Max Giermann, Michael Schenk, Georg Friedrich, Lennart Hänsel, Aaron Denkel, Mercedes Jadea Diaz, Anna Unterberger, Peter Matić, Alex Brendemühl, Thomas Loibl und Daniel Kehlmann als Erzähler.

Zusammenfassung & Story vom Film „Die Vermessung der Welt“

Hauptpersonen: Mathematiker Johann Carl Friedrich Gauß und der Naturforscher Alexander von Humboldt

1. Die Reise: Ohne große Lust machen sich der Mathematikprofessor mit seinem Sohn Eugen auf den Weg nach Berlin. Der Startpunkt ist Göttingen. Der Naturforscher von Humboldt drängte Gauß an einem Naturforscherkongress teilzunehmen. Wie erwartet wird die Reise eine Quälerei, dabei beleidigt er seinen Sohn und wirft sein Buch über Turnkunst aus dem Kutschenfenster. Dazu kommt, dass Gauß keinen Pass besitzt. Ein Gendarm möchte ihm die Einreise nach Preußen verwehren, doch ein unbekannter Mann lenkt den Polizisten ab, sodass Vater und Sohn die Reise fortsetzen.

2. das Meer: Alexander von Humboldt wird von seinen Eltern zum Naturwissenschaftler erzogen, jedoch erhält sein Bruder, als Lieblingskind, Sprachunterricht. Eines Tages möchte Alexander den Fluss Orinoko entlangfahren und ihn erforschen, deswegen verspottet sein Bruder Wilhelm ihn. Das Studium legt Alexander an der Universität in Frankfurt an der Oder und an der Bergbauakademie in Freiberg ab. Nach dem Tod seiner Mutter nimmt er sich vor, die Neue Welt zu bereisen und dabei begegnet er in Paris dem Naturwissenschaftler Bonpland. Ab da reisen beiden zusammen nach Spanien, dort besteigen sie ein Schiff. Während der Reise bricht ein gefährliches Fieber auf dem Schiff aus. Nur Humboldt bleibt gesund, unterdessen sediert er Quallen und nimmt Messdaten von der Wassertiefe und dem Luftdruck.

3. der Lehrer: Gauß wächst in einfachen Verhältnissen auf, bereits als Kind entwickelt er sich zum genialen Mathematiker. Er ist überzeugt, dass fast alle Menschen nur zu bequem zum Denken sind. Mithilfe eines Stipendiums vom Herzog von Braunschweig studiert Gauß an der Uni.

4. Die Höhle: Bei der Expedition gelangen Humboldt und Bonpland erst nach Neuandalusien, heutiges Venezuela. Da können sie einige Indianer überreden, sie durch eine Höhle zu führen. Anfänglich folgen die Indianer ihnen, doch je weiter sie hineingehen, desto einsamer sind sie. Danach möchte Humboldt mithilfe einer Sonnenfinsternis den genauen Standort messen und den bekannten Kanal zwischen dem Amazonas und dem Orinoko finden. Durch einen Angriff wird Bonpland verletzt, aber zum Glück nicht die Messinstrumente.

5. die Zahlen: Mit 19 Jahren löst Gauß das älteste mathematische Problem, ein 17-Eck mit Lineal und Zirkel zu konstruieren. Mit 20 Jahren veröffentlicht er ein Buch über die Grundlagen der Arithmetik, allerdings verdient er sich seinen Unterhalt als Landvermesser. Nach dem 2. Antrag nimmt Johanna seinen Heiratsantrag an.

6. Der Fluss: Humboldt und Bonpland reisen durch den Urwald, um den Kanal zu kartieren, was sehr strapaziös ist und sie in Lebensgefahr bringt. Am Kanalende angekommen, möchte Humboldt seine Aufzeichnungen direkt nach Europa senden, um kein Risiko einzugehen. Allerdings stoppt ihn Dauerregen.

7. Die Sterne: Nach der Heirat zieht Gauß mit Johanna nach Göttingen, während die Truppen Napoleons das Land mit Krieg überziehen. So muss Gauß letztendlich Studenten unterrichten. Bei der Geburt des dritten Kindes stirbt Johanna.

8. Der Berg: Humboldt und Bonpland besteigen den Chimborazo und leiden wegen Sauerstoffmangel an Wahnvorstellungen und brechen ab, ohne die Wahrheit zu sagen.

9. der Garten: Gauß heiratet Johannas Freundin Minna, womit er für die Versorgung der Kinder gewährleistet. Eugen hilft ihm bei der Tätigkeit des Landvermessers.

10. die Hauptstadt: Humboldt und Bonpland gelangen nach Acapulco, heute Mexiko. Mittlerweile folgen den beiden internationale Zeitungsreporter. Neue Aufgabe ist es, einen Atlas von Neuspanien zu erstellen. Mit einer Ladung voller Gesteins- und Pflanzenproben und exotischen Tieren begeben sie sich auf die Heimreise nach Europa.

11. der Äther: In Berlin hält Humboldt einen Vortrag über Erkenntnisse des Kosmos und der Welt, wobei auch Gauß anwesend ist. Hals über Kopf verlässt er den Saal und irrt durch Berlin. Später haben die beiden Herren einen Disput über die Frage: Was ist Wissenschaft?

12. Die Steppe: Humboldt reist für die Forschung nach Russland, finanziert durch den Zaren. Aufgrund des kurzen Zeitfensters gelingt es ihm nicht, die Untersuchungen des Magnetismus richtig durchzuführen. Gleichzeitig stellt Gauß ebenfalls Versuche zum Magnetismus an.

13 Der Baum: Eugen befindet sich in der Gewalt der Geheimpolizei und durch Humboldt erhält er eine Ausreisemöglichkeit. Auf der Reise lernt Eugen einen Iren kennen, mit dem er Pläne für eine gemeinsame Firma schmiedet.

Kritiken und Fazit zum Film „Die Vermessung der Welt“

Daniel Kehlmann skizziert mit knappen Sätzen und prägnanten Szenen im Film „Die Vermessung der Welt“ das Leben von Gauß und Humboldt. Beide Männer kannten sich nicht gut, aber wollten die Welt vermessen, Gauß jedoch im Königreich Hannover und Humboldt im südamerikanischen Urwald. Zudem wollten beide den Kosmos erklären und den Erdmagnetismus verstehen. Trotzdem weisen sie verschiedene Herangehensweisen auf: Während Humboldt versucht, die Natur als großes Ganzes zu verstehen und nach Zusammenhängen zu suchen. Nutzt Gauß abstrakte mathematische Formeln, um an dem Verborgenen zu tüfteln.

Wunderschön ist es dem Autor gelungen, die Menge des biografischen Materials zu reduzieren und gleichzeitig vielen Menschen zugänglich zu machen. Durchweg richtet sich Kehlmann nach den historisch belegbaren Fakten.

Der Roman besitzt an vielen Stellen einen humorvollen Unterton, doch einem Filminteressierten ist die Auslegung des Streifens nicht deutlich. Wollte Daniel Kehlmann eine Verfilmung, eine Komödie, einen Geschichtsstreifen oder gar einen Kostümfilm darstellen? Diese Frage zu beantworten, ist absolut unmöglich.

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