Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games

Auch wenn die Überschrift vielleicht etwas zu reißerisch klingen mag, im Kern trifft es das Geschehen um den Rechtsstreit, zwischen Fortnite Entwickler Epic Games und dem Big Tech-Unternehmen Apple auf jeden Fall.

Denn es gehört schon einiges dazu, einem Riesen wie Apple, dessen weltweiter Umsatz sich allein im letzten Jahr auf rund 274,5 Milliarden US-Dollar belief, die Stirn zu bieten. Und damit noch nicht genug. Epic Games verklagte in diesem Zug nicht nur Apple, sondern auch noch einen weiteren Tech Giganten. Etwa zeitgleich bekam nämlich auch Suchmaschinen Gigant Google, die rote Karte von Epic Games.

Keine Frage des Geldes

Arm Druecken um Wetteinsatz Zumindest war es das nicht für Epic Games. Die Inhalte des Spieleentwicklers von und für Fortnite, befanden sich zum Zeitpunkt der Klage gerade mal seit 4 Monaten auf den Stores von Apple und Google. Die Provision, die beide App -Stores, bzw. beide Anbieter der Stores, pro verkauften V-Buck (Ingamewährung) oder andere geldlich erwerbbaren Inhalte erhielt, betrug 30 Prozent.

Damit zeigte sich Epic Games wenig einverstanden und senkte die Preise im eigenen Store um 20 % für PC und Konsole. Für mobile Endgeräte betrug der Rabatt sogar 30 %. Des Weiteren, bot der Spieleentwickler seinen Kunden, eine alternative Zahlmethode an, von denen außer dem Käufer selbst, niemand profitierte.

Allerdings umging Epic dabei die Zahlungsbedingungen von Apple und Google. Der Verlust dieser 30 %, an denen Epic Games selbst, außer den eigentlichen Verdienst für die Inhalte, rein gar nichts verdiente, brachte die Big Tech-Unternehmen so auf, dass sie darauf hin Fortnite aus ihren Stores verbannten.

Als hätte Epic nur darauf gewartet, hatten beide Tech Giganten gefühlte fünf Minuten später, eine Klageschrift mit über 60 Seiten Umfang, auf ihren Schreibtischen. Darin kritisierte Epic die hohe Gebühr der Stores, als Kartell-mäßige Preistreiberei, die es so nicht geben dürfte und die in diesem Umfang auch nicht möglich wäre, wenn konkurrierende Stores, ebenfalls iPhone-Apps anbieten dürften.

Apple Ladeneingang Zusätzlich veröffentlichte der Spieleentwickler ein Video mit den Namen „free Fortnite„. Dieses Video, ist die Parodie auf einen Clip, aus den Anfängen von Apple, in dem der Konzern genau jenes Verhalten, was er jetzt selber an den Tag legte, bei Macintosh Computers anprangerte.

Der Clip zeigt deutliche Parallelen und ist, wie man es von Epic Games gewöhnt ist, als episch zu bezeichnen. Unterstützer dieser Klage gegen Big Tech, waren unter anderem, Anbieter wie Spotify, Facebook und Tinder. Spieler von Stadtgame kenne das Problem nicht, denn hier spielen alle ein kostenloses Browsergame.

Entscheidung zugunsten von Apple?

Wegen Verletzung der Geschäftsbedingungen von Apple, verurteilte das Gericht, Epic Games zunächst einmal zur Zahlung von Schadenersatz. In diesem Zuge musste der Spieleentwickler fast vier Millionen Dollar, an den Tech Giganten zahlen.

Das Urteil beinhaltete nichtsdestotrotz aber auch eine einstweilige Verfügung gegen Apple, auch wenn der Konzern, laut Apples Geschäftsführer Adams nicht, gegen das in Amerika geltende Kartellrecht verstoßen hätte.

Auf diese Aussage reagierte Epic Games Chef Tim Sweeny umgehend mit einem Tweet, in dem er klarstellte, dass Epic nicht damit aufhören würde, für einen fairen Wettbewerb zwischen In-App-Zahlungsmethoden und App Stores zu kämpfen. Immerhin ginge es um, über eine Milliarde Verbraucher.

Dieses Urteil, so stellte er klar, wäre weder für die Spieleentwickler, noch für die Verbraucher ein Gewinn. Letztlich stellte sich dann am Ende heraus, dass auch der Sieger des Rechtsstreites, Apple, nicht von diesem Urteil profitieren konnte.

Nach dem Urteil des Gerichts, brach die Apple-Aktie beinahe sofort um 2,5 Prozent ein. Die Unsicherheit möglicher Investoren über die Auswirkungen des Rechtsstreites auf die Zukunft von Apple machte sich bereits bemerkbar. Außerdem wurde verfügt, dass Apple den Entwicklern nicht verbieten könne, Links in ihre Apps einzubauen, die den Kunden auf andere Zahlungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

Zudem könne Apple den Entwicklern nicht verbieten, ihren Kunden Kontakthintergründe nahezubringen, die bei der Anmeldung in diversen Apps, an sie ausgegeben wurden. Auch wenn sich Apple als Gewinner aufspielt, so dürfte doch klar sein, dass zumindest die Einschränkungen durch das Gericht, ein herbes Verlustgeschäft bedeutet.

Fazit zum Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games

Nun geht der Rechtsstreit in die zweite Runde, denn die Spielefirma Epic Games legte, wie angekündigt, Berufung gegen das Urteil ein. Bereits im September 2020 hatte Epic Games zusammen mit dreizehn weiteren Unternehmen, welche ähnliche Erfahrungen mit Apple und Google gemacht hatten, die „Coalition for App Fairness“ ins Leben gerufen.

Ziel des Ganzen sei es, bessere Bedingungen für die Aufnahme von Apps in die App-Stores zu schaffen. Und offenbar trafen Epic Games damit genau ins schwarze, denn Apple knickt stellenweise ein. Der Gigant hat nun angekündigt, dass er den Provision-Satz für den App Store, für Softwareentwickler mit einem Nettoumsatz von weniger als 1 Million US-Dollar im Jahr, auf seiner Plattform bis auf 15 % gesenkt wird. Das wiederum, dürfte eine gewonnene Schlacht für Epic Games sein.

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