Cralon geht baden: Pithead Neustart misslingt deutlich

Das Spiel Cralon wurde veröffentlicht. Doch statt großer Lorbeeren ernten die Entwickler des Pithead Studios viel Kritik. Dabei waren die Erwartungen sehr wohlwollend, es sind immerhin zwei ehemalige Größen von Piranha Bytes. Nachdem das Studio auf seine Schließung zusteuerte, haben sich Jennifer und Björn Pankratz kurzerhand dazu entschlossen, ein eigenes Studio zu gründen und begannen mit den Arbeiten an ihrem ersten neuen Spiel – Cralon.

Cralon geht baden: Pithead Neustart misslingt deutlich

Das wurde überraschend im April auf den Markt geworfen, doch die meisten Spieler und Experten sind alles andere als begeistert. Die Rede ist davon, dass ein unfertiges Spiel auf den Markt geworfen wurde, das an allen Ecken und Enden Probleme hat. Es gibt technische Fehler, eine dünne Story, hölzerne Dialoge und letztendlich auch sehr viele Wiederholungen. In diesem Artikel wird auf die Kritik zu Cralon eingegangen.

Cralon erntet viel Kritik

Die Erwartungshaltung war groß, da mit Björn und Jennifer Pankratz zwei Veteranen der Spielebranche ein eigenes Projekt auf die Beine stellen wollten. Nach dem offiziellen Aus von Piranha Bytes wurde das Pithead Studio gegründet. Das erste Projekt wurde jetzt veröffentlicht. Bei Cralon handelt es sich um einen klassischen Dungeon Crawler. Das bedeutet, dass man sich hauptsächlich durch Höhlen und Gänge bewegt, dort auf Gegner trifft, Loot findet und einer Story folgt. Im März erst erschien die Demo zu dem Spiel, die bereits viele Kritikpunkte hervorgebracht hat. Völlig überraschend kam es dann im April zu einem Shadowdrop, also der plötzlichen Veröffentlichung von Cralon.

Inhaltlich schlüpft man in die Rolle der Figur Cralon, einem Held des Dorfes Mintalis. Cralon stürzt dabei in einen tiefen Minenschacht und muss daraufhin den Weg zur Oberfläche finden. Dungeons sind in der Welt der Videospiele nichts Neues, doch den beiden Spieleentwicklern war das Projekt auch eine Herzensangelegenheit. Aus Bochum stammend sind sie eng mit der Bergbau-Kultur des Ruhrgebiets verbunden. „Pithead“ ist die Bezeichnung für einen Schachtausgang oder ein Fördergerüst. Mit Cralon wollte man diese Heimatliebe ehren, doch die Kritiken der ersten Wochen sind in großen Teilen vernichtend. Doch warum kann das Spiel zum jetzigen Zeitpunkt nicht überzeugen?

Technische Fehler und schwache Story

Eigentlich wollte man mit Cralon einen Neuanfang hinbekommen, doch der scheint aktuell deutlich ins Wasser zu fallen. Zumindest lesen sich die Kritiken alles andere als positiv, obwohl viele Spieler und Experten den beiden Entwicklern sogar wohlwollend gegenüberstehen. Doch das Spiel wird teilweise als unfertig und lieblos bezeichnet. Der Release überraschte viele, da schon die Demo mit vielen Problemen zu kämpfen hatte. Das Spiel wurde in der Unreal Engine 5 entwickelt, was auch in vielerlei Hinsicht erkennbar ist. Es wurden viele Assets genutzt, also unveränderte Objekte aus dem Unreal-Store, die jegliche eigene Handschrift vermissen lassen.

Auch stößt man im Spiel immer wieder auf Bereiche, in denen unsauber gearbeitet wurde. Das betrifft sowohl die Gestaltung der Umgebung, die sich schnell wiederholt, als auch das Gameplay und das Kampfsystem. Zwar hat es am 24. April bereits ein Update gegeben, doch damit konnten die groben Missstände nicht behoben werden. Die Kämpfe werden eher als frustrierend wahrgenommen, zudem gibt es auch immer wieder Einbrüche bei der Framerate. Cralon bietet rund 10 bis 15 Stunden Spielzeit, doch viele sehen 20 Euro als immer noch zu viel für dieses Spiel an. Womöglich wird es in Zukunft weitere Updates geben, doch die Aufbruchstimmung, von der die beiden Entwickler zuletzt profitieren konnten, ist erst einmal dahin.

Das Erbe von Gothic

Die Erwartungen waren deshalb so groß, weil Jennifer und Björn Pankratz zuvor bei Piranha Bytes gearbeitet haben, dass vor allem für die ersten beiden Gothic-Spiele bekannt ist. Björn Pankratz war seit 1999 mit an Bord und somit an allen Piranha-Bytes Spielen beteiligt. 2008 stieß Jennifer Gartmann zum Team dazu.

Das Erbe von Gothic

Die beiden heirateten 2010. Piranha Bytes galt immer als wichtige Spieleschmiede für Rollenspiele aus Deutschland. Der eigene Charme war ein großer Pluspunkt, doch hat man dabei auch einige Entwicklungen verschlafen, sodass man mit Spielen wie „Risen“ oder „ELEX“ nur bedingt an alte Erfolge anknüpfen konnte. Cralon ist jetzt für viele einfach nur eine weitere Bestätigung dieser Entwicklung.

Fazit zum misslungenen Pithead Neustart von Cralon

Im Grunde klang es nach einem schlüssigen Projekt. Erst einmal wieder zurück zu den Wurzeln und ein Spiel erschaffen, das von zwei Leuten entwickelt werden kann. Doch was jetzt bereits veröffentlicht wurde, kann die wenigsten Spieler überzeugen. Cralon wurde bereits im April veröffentlicht, nachdem die Demo einen Monat zuvor schon viel Kritik geerntet hatte. Für viele Spieler sind 20 Euro zu viel für ein Spiel, das noch an vielen Ecken und Enden unfertig wirkt. Wer auf ein gutes Erbe von Piranha Bytes gehofft hat, dürfte also enttäuscht werden. Allerdings gibt es mit Brainlag Games noch ein weiteres Studio, das von ehemaligen Mitarbeitern des Kultstudios gegründet wurde. Und das entwickelt derzeit das Spiel „Rootbound“. Ein näherer Blick kann sich lohnen.

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